Das Tier, aus dem einst Tintenfische, Kraken und Sepien hervorgingen, begann etwa so groß wie ein Reiskorn. In einer in Nature veröffentlichten Studie beschreiben Forscher unter der Leitung des Paläontologen Zuchen Song von der Chang'an-Universität Eoceras shaanxiense, einen millimetergroßen Kopffüßer aus der Shuijingtuo-Formation in China, der vor etwa 520 Millionen Jahren lebte.
Was das Fossil außergewöhnlich macht, ist ein einziges anatomisches Detail: eine segmentierte Röhre an der Unterseite seines geraden, kegelförmigen Gehäuses. Diese über winzige Kanäle mit den inneren Kammern des Gehäuses verbundene Röhre ist der früheste bekannte Sipho — die auftriebsregulierende Struktur, die Kopffüßer von allen anderen Weichtieren unterscheidet.
„In Kombination mit der Strahlruder-Fortbewegung ermöglicht der Sipho den Kopffüßern eine nektonische und überwiegend räuberische Lebensweise durch langfristige Regulierung ihres Auftriebs“, schrieben die Forscher. „Der Ursprung dieser Schlüsselinnovation bleibt unbekannt, da große Lücken zwischen dem frühesten anerkannten Kopffüßer Plectronoceras cambria aus dem späten Kambrium und den molekularuhrenbasierten Schätzungen der Divergenz im frühen Kambrium bestehen.“
Die neuen Exemplare helfen, diese Lücke zu schließen. Mit 520 Millionen Jahren ist Eoceras rund 30 Millionen Jahre älter als Plectronoceras und verlängert die bekannte Zeitspanne der Stamm-Kopffüßer bis ins frühe Kambrium — passend zu den Vorhersagen molekularer Uhren. Da sein Auftriebssystem noch primitiv war, verbrachte das Tier sein Leben vermutlich überwiegend am Meeresboden, statt frei zu schwimmen.
Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Anatomie der Weichteile unbekannt bleibt; die Entdeckung zeigt jedoch die frühen Stufen, wie aus einem gekammerten Gehäuse eine Präzisions-Auftriebsvorrichtung wurde — die Innovation, die Kopffüßern schließlich ermöglichte, im offenen Wasser zu jagen, zu schweben und zu fliehen und die die Gruppe bis heute prägt.


