Als der NASA-Rover Curiosity begann, ein als 'Valle Grande' bezeichnetes Mars-Tal hinaufzuklettern, sendete er Bilder zurück, die die Missionswissenschaftler verblüfften: ein weites 'Meer' wabenartiger Strukturen, das sich in alle Richtungen bis zum Horizont erstreckt.

Die geometrischen Formen, sogenannte polygonale Risse, sind etwa 4 bis 8 Zentimeter breit. Die Mission hat zwar schon früher kleine Flecken dieser Muster gesehen, aber nie in dieser Größenordnung – ein 360-Grad-Panorama, aufgenommen am 19. und 20. Juni, den Sols 4.930 und 4.931. Die Polygone umschließen sogar die Flanken eines nahen, etwa 6 Meter hohen, sandbedeckten Hügels namens 'Miraflores'.

'Wir haben durch Curiosities Augen viele faszinierende Landschaften gesehen, aber dieses Meer aus Polygonen hat uns den Atem geraubt', sagte Ashwin Vasavada, Projektwissenschaftler der Mission am Jet Propulsion Laboratory der NASA. 'Wir haben ihre Formen und ihre Chemie sorgfältig vermessen und hoffen, in den Daten Hinweise darauf zu finden, wie diese Strukturen entstanden sind.'

Polygonale Risse können durch verschiedene Prozesse entstehen, darunter Austrocknungsrisse in Schlamm, Warm-Kalt-Zyklen oder Kompression, die Wasser aus Sediment presste, als die Oberfläche begraben wurde. Die Entdeckung reiht sich in 14 Jahre Überraschungen ein, die Curiosity seit seiner Landung 2012 erlebt hat – und in die Belege, dass der alte Mars Seen, Bäche und eine Chemie besaß, die mikrobielles Leben hätte unterstützen können.