Ein ungewöhnlicher Aggregatzustand

Wenn ein See im Winter zufriert, ordnen sich die Wassermoleküle in einer neuen Struktur an und verändern die physikalischen Eigenschaften des Materials. Wissenschaftler haben nun dasselbe Prinzip angewandt, um eine revolutionäre neue Art von Glasfaser zu schaffen—indem sie sie einfrieren.

Ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts (MPL) in Erlangen, der Leibniz Universität Hannover (LUH) und dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT) in Jena hat eine Glasfaser entwickelt, die gleichzeitig Licht- und Schallwellen mit außergewöhnlicher Effizienz überträgt.

1.000-mal stärkere Kopplung

Die Forscher nutzen einen Effekt namens Brillouin-Mandelstam-Streuung. Der gefrorene Kern schafft eine extrem begrenzte und dichte Umgebung, die die optoakustische Kopplung im Vergleich zu Standard-Glasfasern um mehr als das 1.000-Fache verstärkt.

Warum es wichtig ist

Photonisches Rechnen verspricht wesentlich höhere Geschwindigkeiten bei drastisch geringerem Energieverbrauch. Die Forschung wurde in der Zeitschrift Optica (Bd. 13, S. 1415–1422, 2026) veröffentlicht.