Zipline hat 1,5 Milliarden Dollar zu einer Bewertung von 21,5 Milliarden Dollar eingesammelt – fast das Dreifache der 7,6 Milliarden Dollar, mit denen das Unternehmen im Januar dieses Jahres nach einer Runde über 600 Millionen Dollar bewertet war. Angeführt wurde die Runde von Paradigm, WCM Investment Management und Layer Global; beteiligt sind unter anderem Valor Equity Partners, Fidelity, Uber, Tiger Global, J.P. Morgan, ARK Invest und Salesforce Ventures.

Die zweite Hälfte der Ankündigung ist operativ interessanter. Walmart und Zipline haben eine neue mehrjährige Vereinbarung geschlossen, die 300 zusätzliche Drohnen-Lieferstandorte in den USA hinzufügt. Heute betreiben die beiden zusammen 21 aktive Standorte. Das ist der Sprung, der das Geschäftsmodell von einer Demonstration zu einer Fläche macht – ein Faktor 15, und zwar in einem Vertriebskanal, der bereits existiert.

Zipline wurde 2014 gegründet und begann in Ruanda mit Blutlieferungen, später Ghana und Nigeria; heute fliegt das Unternehmen in fünf afrikanischen Ländern, mehreren US-Städten und Japan. Der US-Markt startete 2020 mit Medizinlieferungen an Novant Health in North Carolina, 2021 folgte der erste Walmart-Vertrag. Der eigentliche Durchbruch war jedoch regulatorisch: 2022 erhielt Zipline die Part-135-Zulassung der FAA, die kommerzielle Lieferungen über größere Entfernungen erlaubt. Seitdem kamen weitere Partnerschaften hinzu, darunter Anfang dieses Jahres eine mit Uber.

Das Flottendesign ist zweigeteilt. Plattform 2 ist für die Haustürlieferung gedacht: bis zu acht Pfund Nutzlast und ein Radius von zehn Meilen. Plattform 1 fliegt längere Strecken für Unternehmen und Behörden, mit bis zu 120 Meilen Hin- und Rückweg. Das Geld soll in die US-Fertigung und in Personal fließen, um ein landesweites Netz aufzubauen.

Der aussagekräftigste Satz der Mitteilung ist jedoch eine Zahl ohne klaren Bezugsrahmen. Zipline erklärte, sein Anteil am Lieferumsatz sei zwischen März und Oktober dieses Jahres von 10,8 auf 34,9 Prozent gestiegen. Das Unternehmen hat nicht angegeben, auf welche Grundgesamtheit sich diese Quote bezieht – ob auf die Walmart-Partnerschaft, auf alle US-Lieferungen oder auf etwas anderes. Wenn die Zahl die Partnerschaft meint, beschreibt sie den Punkt, an dem Kunden aktiv Drohnen statt Kurierfahrten wählen. Ohne diese Präzisierung bleibt sie eine Unternehmensangabe.

Der Kontext macht die Bewertung bemerkenswert. Sie fällt in eine Woche, in der der Nasdaq wegen Zweifeln an der Finanzierbarkeit von KI-Infrastruktur um 5,5 Prozent einbrach. Zipline ist das Gegenteil eines Rechenzentrums: kein Strombedarf in dreistelliger Megawattgröße, kein Chip-Liefervertrag, sondern ein physischer Dienst mit sichtbaren Stückkosten. Dass Anleger hier aufstocken, während sie Rechenzentren abstoßen, ist eine Wette darauf, dass Automatisierung dort am ehesten Geld verdient, wo sie ein bereits bezahltes Netzwerk billiger bedient.