Xiaomi hat die Entwicklung von HyperOS 4.0 abgeschlossen und mit der Verteilung begonnen. Am Dienstag verkündete das Unternehmen in einem Beitrag auf X, berechtigte Nutzer erhielten das OTA-Update ab sofort schrittweise. Bis Ende November sollen mehr als 30 Modelle versorgt sein — für einen Android-Aufbau ein ungewöhnlich schneller Rollout.

Den Anfang machen die Xiaomi-17-Reihe und die 15er-Serie, dazu Tablets sowie Redmi Note 17 und Note 15 und die Poco-Serien F8, X8 und M8. Mitte November folgen die beiden Xiaomi 15T, die Pad-7-Serie, Poco Pad X1 und M1 sowie Pocos F9, F7 und X7. Im Dezember sind dann Xiaomi 13, 13T, 14 und 14T sowie das Mix Flip an der Reihe, außerdem die Redmi-Note-14-Serie, das Redmi 15 und weitere Poco-Modelle. Ob die Verteilung im nächsten Jahr weitergeht, lässt Xiaomi offen.

Liquid Glass, aus Shenzhen

Die auffälligste Neuerung ist optisch: flüssige Lichteffekte, geschichtete Transparenzen, durchsichtige Menüs und Benachrichtigungsebenen, dynamische Effekte bei Wischgesten und Berührungen. Dazu kommen ein überarbeiteter Sperrbildschirm, ein neues Kontrollzentrum, stapelbare Widgets und in der Größe anpassbare Ordner. Dass Xiaomi sich an Apples Liquid Glass orientiert, ist keine Premiere — iOS-Designaspekte und die als HyperIsland vermarktete Dynamic-Island-Kopie gehören seit Jahren zum Repertoire.

Die Zahlen, die Xiaomi selbst nennt

Beim Tempo beruft sich der Hersteller auf eigene Messungen am Xiaomi 17 Ultra: Der Kaltstart der Kamera-App sinkt von 1043,6 auf 808,8 Millisekunden, die durchschnittliche Frame-Drop-Rate nach neun Stunden Nutzung von 1,10 auf 0,08 Prozent. Kaltstartzeiten und die Bearbeitung von HDR-Aufnahmen seien optimiert, die Lastberechnung verbessert. Das sind Herstellerangaben auf einem bestimmten Gerät, keine unabhängigen Tests — aber die Größenordnung ist plausibel, weil ein großer Teil der Arbeit in Scheduling und Speicherverwaltung steckt, nicht in neuen Funktionen.

Das eigentliche Problem: die Versionsnummer

HyperOS 4.0 ist nicht gleich Android 17. Während Samsung mit One UI 9 auf Android 17 aufsetzt, kann Xiaomi dieselbe HyperOS-Version je nach Gerät auf einer älteren Android-Basis ausliefern — bei den Topmodellen dürfte das nicht passieren, bei vielen älteren Geräten schon. Für Nutzer heißt das: Die Zahl auf dem Karton sagt nichts mehr über die Plattformversion und damit auch nichts über den Stand der Sicherheitsupdates. Wer wissen will, worauf sein Telefon läuft, muss künftig zwei Versionsnummern prüfen statt einer.

Das ist kein Xiaomi-spezifisches Problem, sondern eines der ganzen Android-Landschaft: Hersteller-Aufbauten haben sich längst von der Basis entkoppelt. Xiaomi macht es nur besonders sichtbar, weil die Marke HyperOS inzwischen mehr Gewicht hat als die Android-Version darunter.

Was als Nächstes kommt

Die für Ende November erwarteten Topmodelle Xiaomi 18 Pro und 18 Pro Max bringen HyperOS 4.0 ab Werk mit Android 17. Wer ein älteres Gerät besitzt, sollte vor dem Update prüfen, ob es in der offiziellen Liste steht — und danach die Android-Version im Systemmenü kontrollieren, statt sich auf den Marketingnamen zu verlassen.