Weiße Zwerge gelten farblich als langweilig: dichte Sternenreste, die Milliarden Jahre abkühlen und dabei von Blauweiß über Weiß nach Orange und schließlich Rot wandern. Eine von Heise berichtete Beobachtungsserie deutet an, dass sie seltsamer sein können – darunter das, was als erster grüner Stern beschrieben wird, und der bislang rötester Weiße Zwerg.
Die Farbe eines Sterns ist normalerweise ein Stellvertreter für die Temperatur. Heißere Objekte strahlen mehr Energie bei kurzen Wellenlängen ab und wirken blau, kühlere rot. Doch die wahrgenommene Farbe eines Weißen Zwergs schreiben auch seine Atmosphäre mit – wasserstoff- oder heliumdominiert oder mit schweren Elementen verunreinigt, die aus einem zerrissenen Planeten stammen –, ebenso die extreme Oberflächengravitation, die Absorptionslinien verbreitert und damit verändert, welche Wellenlängen entkommen.
So kann ein grün erscheinender Stern existieren. Ein einfaches Temperaturmodell erzeugt kein Grün: Unser Auge integriert ein breites Spektrum, und das Maximum der Sonne liegt im Grünen – sie erscheint uns dennoch weiß. So ungewöhnliche Farben wie Grün oder ein extremes Rot verweisen auf ungewöhnliche Atmosphärenphysik statt auf einen schlichten Thermometerwert – und sind gerade deshalb nützlich, weil sie Modelle der Entwicklung solcher Restatmosphären belasten.
Für Astronomen sind die Ausreißer interessant. Ein Weißer Zwerg, der röter ist, als die Kühlungstheorie bequem vorhersagt, schränkt diese Theorien ein: bei Opazität, Atmosphärenzusammensetzung und der Geschwindigkeit des Wärmeentweichens.
Die Einzelheiten der Stichprobe, Temperaturen und Spektralanalyse gehören in den Originalbericht und die zugrunde liegende Arbeit; die Schlagzeile lautet, dass die Farbpalette von Sternenresten weiter ist, als Lehrbücher nahelegen.




