Colossal Biosciences, vor allem bekannt für das Ziel, das Wollhaarmammut zurückzubringen, hat laut TechCrunch eine neue KI-Plattform angekündigt, die seine Arbeit an der De-Extinktion beschleunigen soll.
Die Logik ist einfach, auch wenn das Ziel es nicht ist. Eine ausgestorbene Art wieder aufzubauen, ist nicht ein Problem, sondern tausende: Welche DNA-Abschnitte zählen, welche Eingriffe miteinander kompatibel sind, wie sich ein veränderter Embryo entwickelt und welche der resultierenden Merkmale den Kontakt mit der Wirklichkeit überstehen. Colossal stützt sich bereits auf genomische Vergleiche in großem Maßstab, um die Unterschiede zwischen einer ausgestorbenen Art und ihrem nächsten lebenden Verwandten zu bestimmen. Eine Machine-Learning-Schicht, die Kandidaten-Eingriffe priorisiert und ihre Folgewirkungen vorhersagt, ist die natürliche Erweiterung dieser Pipeline — und ein plausibler Ort, an dem KI ihren Nutzen belegen kann, denn der Suchraum ist riesig und die Referenz ist ein Laborergebnis.
Das Unternehmen hat die kommerzielle Rahmung der Wissenschaft nie versteckt. Neben Mammut-, Beutelwolf- und Dodo-Programmen hat es Arbeiten in synthetischer Biologie, gentechnischen Werkzeugen und Naturschutzgenetik aufgebaut und argumentiert, die Technologien zur Wiederbelebung einer Art hätten kurzfristigeren Nutzen für Arten, die es noch gibt. Das ist ein vernünftiges Argument — und zugleich die Art, wie ein langfristiges Forschungsprogramm seine Rechnungen bezahlt.
Skepsis bleibt angebracht, wo die Wissenschaft auf die Welt trifft. Selbst mit hervorragenden Werkzeugen ist eine sich selbst tragende Population einer Ersatzart Jahre entfernt, und die Ethik, eine solche in einen Lebensraum zu entlassen, der sich seit dem Verschwinden ihres Vorfahren verändert hat, ist ungeklärt. Eine schnellere Pipeline verkürzt die Forschungsschleife. Sie beantwortet nicht, was gebaut werden sollte.




