Die Frage klingt einfach – wie halten Pilze den Planeten gesund? – und die Antwort in der neuen Titelgeschichte von Quanta Magazine führt durch nahezu jedes Ökosystem der Erde.
Pilze sind die wichtigsten Zersetzer des Planeten. Ohne sie würden Totholz, Laub und tierische Reste sich stapeln, statt ihren Kohlenstoff und ihre Nährstoffe zurück in den Kreislauf zu geben. Die meisten Landpflanzen leben zudem in Partnerschaft mit Mykorrhizapilzen: Deren Fäden reichen weit über die Wurzeln hinaus, liefern Wasser, Phosphor und Stickstoff und erhalten im Gegenzug Zucker aus der Fotosynthese. Ein großer Teil der Landpflanzen ist auf dieses Arrangement angewiesen.
Umstritten ist, was diese Partnerschaften im planetaren Maßstab ergeben. Unterirdische Pilznetzwerke können Nährstoffe und Kohlenstoff über weite Strecken bewegen – daraus entstand das populäre Bild vom „Wood Wide Web", einem kooperativen Waldinternet. Jüngere Übersichtsarbeiten argumentieren, diese Erzählung eile der Beweislage voraus: Manche Austauschbeziehungen wirken eher wie Ausbeutung denn wie Handel, und die Richtung der Kohlenstoffflüsse ist im Feld schwer zu messen.
Diese Unsicherheit ist nicht nur ökologisch, sondern auch politisch relevant. Speichern Mykorrhizapilze nennenswerte Mengen Bodenkohlenstoff, gehören sie in Kohlenstoffbilanzierung, Forstwirtschaft und Landmanagement. Ist der Effekt kleiner oder schwankender als beworben, zahlen sich solche Eingriffe womöglich nicht aus.
Die Titelgeschichte geht durch, was gesichert ist – Zersetzung, Nährstoffkreislauf, die Allgegenwart von Pilzpartnerschaften – und wo die offenen Fragen liegen. Für die Nuance zwischen den Forschungsgruppen lohnt die vollständige Lektüre.




