Walhaie sind die größten Fische der Erde – sanfte Riesen, die länger als ein Bus werden können – und doch blieben ihre Fressgewohnheiten erstaunlich rätselhaft. Eine neue Studie in Marine Biology hat das geändert: Forscher befestigten kleine Kameras an den Rückenflossen von fünf Walhaien am Ningaloo-Riff in Westaustralien, und die Aufnahmen haben das bisherige Wissen der Wissenschaft auf den Kopf gestellt.
Jahrzehntelang galten Walhaie als überwiegende Oberflächenfresser, die mit weit geöffnetem Maul Plankton nahe der Wasseroberfläche aufnehmen. Die neuen Aufnahmen erzählen eine andere Geschichte. Die Haie verbrachten weit mehr Zeit mit Fressen unter Wasser als erwartet und nutzten eine Mischung aus Verhaltensweisen von der Oberfläche bis zum Meeresboden – darunter dramatische Jagden auf dichte Krillschwärme in Tiefen von bis zu 70 Metern.
'Wir haben entdeckt, dass Walhaie eine Mischung aus mehreren Fressverhalten über die gesamte Wassersäule und entlang des Meeresbodens bis in 70 Meter Tiefe nutzen', sagten die Forscher. Langsame Fressverhalten waren am häufigsten und wurden in allen Tiefen erfasst, doch die tiefen Tauchgänge waren eine Offenbarung: Der größte Fisch des Ozeans ist ein fähiger Tiefseejäger, nicht nur ein Oberflächenabsammler.
Die Kameramarkierungen fingen auch etwas vom Tagesrhythmus der Walhaie ein und zeigten, wann und wo die Tiere fressen. Das zu verstehen ist nicht nur akademisch – es ist wichtig für den Artenschutz. Walhaie gelten als gefährdet, und zu wissen, wo sie tatsächlich fressen, hilft bei der Gestaltung von Schutzgebieten und Schifffahrtsregeln, die diese Riesen schützen. Das Team sagt, die Technik öffne ein neues Fenster zu einer Art, die in freier Wildbahn bekanntermaßen schwer zu beobachten ist.




