Ein Beschleuniger der energiereichsten kosmischen Protonen unserer Galaxie ist eindeutig identifiziert: LHAASO J1912+1014u, eine Quelle im Sternbild Adler nahe dem hellen Stern Altair, ist ein ‚Protonen-PeVatron', das Protonen über eine Billiarde (10^15) Elektronenvolt hinaus beschleunigt — jenseits der Energie jedes menschengemachten Beschleunigers.

Ein internationales Team unter Leitung der Universität Hiroshima bestätigte den Befund, indem es Beobachtungen dreier großer Observatorien kombinierte: des Fermi-Gammastrahlen-Weltraumteleskops der NASA, der FOREST/FUGIN-Durchmusterung mit dem 45-m-Radioteleskop Nobeyama und des Chandra-Röntgenobservatoriums der NASA — ergänzt um TeV-Daten von Chinas LHAASO und dem japanisch-chinesischen Tibet-AS-gamma-Experiment. Die Studie erschien am 16. Juli 2026 in The Astrophysical Journal.

2024 entdeckt und zunächst für einen Supernova-Überrest gehalten, erregte die Quelle Aufmerksamkeit, als Emissionen über 100 Billionen Elektronenvolt (TeV) nachgewiesen wurden. Um zu belegen, dass sie Protonen statt Elektronen beschleunigt, zeigte das Team, dass sich die Gammastrahlung gleichmäßig von über 100 TeV bis 400 Millionen Elektronenvolt erstreckt (mit Elektronen schwer zu erklären), dass die GeV-Gammakarte mit der Verteilung des interstellaren Gases übereinstimmt und dass die diffuse Röntgenemission sehr schwach ist.

‚Einen kosmischen Protonenbeschleuniger oberhalb des PeV-Niveaus zu finden, ist eines der spannendsten Themen der modernen Astrophysik — und wir haben ein solches Objekt identifiziert', sagte Tsunefumi Mizuno von der Universität Hiroshima, Erstautor der Studie. Dutzende weiterer PeVatron-Kandidaten warten auf Bestätigung; das Team plant, sie als Nächstes zu untersuchen.