Eine private Mission zur Rettung eines angeschlagenen NASA-Weltraumteleskops braucht möglicherweise selbst Rettung. Das von Katalyst Space gebaute Raumschiff LINK, das die Umlaufbahn der alternden NASA-Sonde Swift anheben soll, rotiert in den Wochen nach dem Start unerwartet – so stark, dass die Stabilisierung die geplante Rettung verzögern dürfte.

LINK startete am 3. Juli aus der Luft von einer Pegasus-XL-Rakete unter einer modifizierten L-1011, weniger als ein Jahr nach Beginn der Entwicklung. Die 30-Millionen-Dollar-Mission soll Swift abfangen, bevor das fast 22 Jahre alte Teleskop zurück zur Erde stürzt.

Das Problem begann mit Stromausfällen, die zwei der drei Lageregelungsräder des Raumfahrzeugs beeinträchtigten; nur eines funktioniert noch. Bis Donnerstag, 30. Juli, hatten die Ingenieure die Rotation von neun Grad pro Sekunde auf vier reduziert; die Stabilisierung läuft weiter.

Das Rendezvous mit Swift – ursprünglich etwa einen Monat nach dem Start geplant – verschiebt sich dadurch auf frühestens Ende August. Die Zeit drängt: Modelle zeigen, dass Swift für eine Rettung eine Mindesthöhe von 298 Kilometern halten muss und bis zum Herbst zu tief fallen dürfte, um noch zu helfen.

NASA-Administrator Jared Isaacman gab sich optimistisch: "Wir geben noch nicht auf", schrieb er auf X. "Das bleibt eine sehr coole, sehr kostengünstige, chancenreiche Mission – und ein weiterer Schritt in eine autonomere Zukunft, in der solche Missionen Satelliten routinemäßig aufrüsten, reparieren, warten und anheben."

Bei Erfolg könnte Katalysts Vorhaben – das 450-Millionen-Dollar-Observatorium aufzutanken und anzuheben – Swift viele weitere Jahre, womöglich Jahrzehnte, wissenschaftlicher Arbeit schenken. "Swift ist NASAs Multifunktionswerkzeug, wenn es um die Erforschung des Kosmos geht", sagt S. Bradley Cenko, leitender Wissenschaftler des Teleskops am Goddard Space Flight Center.