Eine am 7. Oktober in Nature veröffentlichte Studie weist auf ein Darmbakterium hin, das einen Teil der Arbeit von Statinen übernehmen könnte — und erklärt, wie. Ein Team um die Mikrobiologin Wenjing Zhao von der Sun-Yat-sen-Universität in Shenzhen, China, fand heraus, dass Bacteroides uniformis, ein im menschlichen Darm häufiges Bakterium, Pentadecansäure produziert, eine Fettsäure, die die Cholesterinproduktion unterdrückt.

Der Mechanismus ist von den meistverschriebenen Arzneimitteln bekannt: Pentadecansäure hemmt die HMG-CoA-Reduktase, dasselbe Leberenzym, das Statine blockieren. Die Hemmung veranlasst die Leber, mehr LDL-Rezeptoren zu bilden, die überschüssiges Cholesterin aus dem Blut ziehen. Bei genetisch veränderten Mäusen, die mit fettreicher Kost gefüttert wurden, um Atherosklerose nachzubilden, verkleinerte die Gabe von lebendem B. uniformis die Plaques in den Arterien um etwa ein Drittel (in einer von Nature berichteten Messung um etwa die Hälfte), senkte Gesamt- und LDL-Cholesterin und verringerte die entzündlichen Immunzellen in den Gefäßwänden.

Die Humandaten sind suggestiv, aber noch nicht kausal. Das Team analysierte Stuhl- und Blutproben von mehr als 200 Spendern und fand, dass B. uniformis bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindert war und dass Personen mit hohen Blutfettwerten weniger Pentadecansäure und weniger bakterielle Gene zu deren Herstellung trugen. Das ist eine Korrelation; eine Studie müsste zeigen, dass das Molekül beim Menschen den Cholesterinspiegel senkt. Ben Chen, Herzspezialist am Monash Victorian Heart Institute in Melbourne, nannte die Arbeit „wertvolle Belege dafür, dass das Darmmikrobiom die Gefäßgesundheit beeinflussen kann" — ein Schritt von der bloßen Assoziation zu „Belegen für einen potenziell kausalen biologischen Mechanismus".

Der Einsatz ist groß. Atherosklerose — die Ablagerung entzündlicher Plaques in den Arterienwänden — bleibt weltweit die häufigste Todesursache, und Statine allein senken das Cholesterin bei fast der Hälfte der Menschen mit fortgeschrittener Herzkrankheit nicht ausreichend, während manche hohe Dosen nicht vertragen. Ein mikrobiom-basierter Weg würde Statine nicht ersetzen, aber einen neuen Hebel eröffnen. Die offenen Fragen sind praktisch: Lässt sich Pentadecansäure oder eine auf B. uniformis basierende Intervention sicher und in der richtigen Dosis verabreichen, und halten die Mausergebnisse beim Menschen?