Die auffälligste Zahl in General Atomics' jüngstem Update zur Gambit-Drohnenfamilie steht fast beiläufig in einem Zitat. Das Unternehmen arbeitet an einem fliegenden Flügel namens NextGen, größer als der Gambit-4-Entwurf, mit „innovativer hybridelektrischer Propulsion“ – und das Triebwerksteam, so ein Sprecher, habe „über 60 Stunden ohne Betankung“ versprochen.

Sechzig Stunden sind kein Inkrement. Sie sind eine andere Art von Flugzeug. Die MQ-9 Reaper, das Arbeitspferd, das General Atomics berühmt machte, hält je nach Nutzlast und Höhe deutlich weniger als die Hälfte davon durch; selbst die Global-Hawk-Linie liegt in der Größenordnung von gut einem Tag. Ein bewaffneter, stealthfähiger Flügel, der zweieinhalb Tage in der Luft bleibt, verändert, was „Präsenz“ bedeutet: weniger Starts, weniger Bodenpersonal pro Flugstunde, weniger Tanker.

C. Mark Brinkley, Sprecher von General Atomics, beschrieb NextGen gegenüber The War Zone als völlig bewaffneten und ausgerüsteten ISR-/Strike-Flügel – und ausdrücklich nicht als CCA, also nicht als Teil des Programms für kollaborative Kampfflugzeuge, mit dem die Air Force bemannte Jets mit unbemannten Begleitern paaren will. Die Arbeit an NextGen solle in Gambit 4 einfließen, den stealthfähigen Flügel der 2022 vorgestellten Gambit-Reihe, damit man bei Kundeninteresse nicht bei null anfängt.

Der Kontext ist eine Familie, die schneller wächst als geplant. 2022 waren es vier Konzepte – Gambit 1 für Aufklärung, 2 für Luft-Luft-Kampf, 3 als „Red Air“-Aggressor, 4 als Flügel. Inzwischen sind es sechs. Gambit 1 fliegt als XQ-67A im Programm OBSS mit dem Air Force Research Laboratory; am Dienstag meldete AFRL, auf der Maschine seien über der Nevada Test and Training Range moderne Missionssysteme, Sensoren, Missionsrechner und Kühlung sowie Beyond-Line-of-Sight-Datenlinks und Live-Virtual-Constructive-Simulationen erprobt worden. Gambit 2 fliegt als FQ-42A Vengeance, einer von zwei Entwürfen, die die Air Force in der ersten CCA-Inkrementstufe in Produktion gegeben hat – der andere ist Andurils FQ-44A Fury. Im September nannte die Air Force das Ziel, bis 2032 mindestens 500 solcher Maschinen im Bestand zu haben.

Der nächste konkrete Termin ist erdgebunden. Für Anfang 2027 plant General Atomics eine unternehmenseigene Live-Fire-Demonstration mit einer luftgestützten Bodenangriffsmunition von einer eigenen Gambit 6. Brinkley nutzte die Gelegenheit für einen Seitenhieb auf den Wettbewerb, der Waffen unter die Flügel hängt: Wenn eine Drohne nicht stealthfähig sei, über einen funktionierenden internen Waffenschacht verfüge und von Anfang an auf günstige Serienfertigung ausgelegt sei, „dann ist es einfach ein kleiner Jet“.

Was am 60-Stunden-Anspruch fehlt, ist alles außer der Zahl. Kein Zeitplan, kein Kunde, kein Triebwerksmodell, keine Angabe zum Treibstoffanteil. Hybridelektrische Antriebe versprechen weniger Verbrauch im Loiter und geringere Infrarot- und Akustiksignaturen, und General Atomics verfolgt das seit Jahren – 2021 beim Konzept MQ-Next mit demselben 60-Stunden-Ziel, 2025 mit einem AFRL-Auftrag für das Programm GHOST. Dass dieselbe Zahl nun wieder auftaucht, ist eher Kontinuität als Beweis.

Der Punkt ist trotzdem strukturell interessant. Ein modularer Kern – Fahrwerk, Basisavionik, gemeinsame Hardware – erlaubt es, Aufklärung, Luftkampf, Schiffseinsatz und Bodengriff aus einer Chassis-Familie abzuleiten. Genau so entsteht derzeit eine Drohnenflotte, die nicht aus einzelnen Programmen besteht, sondern aus einer Produktlinie.