Flipkart, der von Walmart kontrollierte indische E-Commerce-Riese, baut laut TechCrunch still einen Herausforderer im Essensliefergeschäft auf. Das Wort 'still' trägt hier die Last: Indiens Liefermarkt für Essen ist eines der teuersten Schlachtfelder der Welt, und ein neuer Angreifer mit Walmart-Bilanz dahinter verändert die Kalkulation für alle.

Der Markt wird seit Jahren von zwei Plattformen dominiert – Swiggy und dem Unternehmen, das als Zomato bekannt wurde und heute Eternal heißt. Beide haben ihr Geschäft um Lieferung innerhalb von Minuten herum neu aufgebaut, weil dort das Wachstum lag, und beide haben dafür viel Geld verbrannt. Dass ein dritter Spieler mit eigener Logistik, eigenen Dark Stores und einem bestehenden Kundenstamm in denselben Kampf einsteigt, ist keine Fußnote.

Flipkart bringt mit, was in diesem Geschäft zählt: ein Kundenkonto, das Millionen Inder ohnehin schon haben, ein Zahlungssystem, Lieferketten und die Bereitschaft, Verluste über Jahre zu tragen, die ein unabhängiger Anbieter nicht durchhält. Wer Essen bestellt, tut das häufig in einer App, die er schon für andere Einkäufe nutzt; genau diese Bündelung ist der strategische Punkt.

Für die etablierten Anbieter bedeutet das einen Preiskampf, den sie gerade erst für beendet erklärt hatten. Rabatte, die man mühsam zurückgefahren hat, kehren zurück; die Investorenstory 'wir kommen jetzt ins Verdienen' wird schwieriger zu halten.

Für Restaurants und Kuriere ist die Rechnung gemischt. Mehr Plattformen bedeuten mehr Verhandlungsmacht gegenüber der einzelnen Plattform – bis die Konsolidierung wieder beginnt.

TechCrunch beschreibt den Vorstoß als vorsichtig, und das ist die richtige Lesart: Ein offener Start würde sofort eine Reaktion auslösen. Ein schrittweiser Aufbau in ausgewählten Städten lässt die Konkurrenz raten, wie ernst es Flipkart meint, und kostet weniger, wenn es schiefgeht.