Der Ebola-Ausbruch in Zentralafrika ist der größte je registrierte: Die Zahl der bestätigten Fälle übersteigt 4.000, die der Todesfälle 2.000. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden bis zum 10. August 4.381 bestätigte Fälle gemeldet, darunter 2.011 Todesfälle, seit die Epidemie Mitte Mai in der Demokratischen Republik Kongo ausbrach und sich auf Uganda ausbreitete.
Die Krise wird durch die Bundibugyo-Art des Ebola-Virus ausgelöst, für die es – anders als beim bekannteren Zaire-Stamm – weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte den Ausbruch am 16. Mai zur gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite. Er konzentriert sich auf die Provinz Ituri, in der fast eine Million Menschen durch Konflikte vertrieben wurden und Frauen und Kinder rund 80 Prozent der Vertriebenen ausmachen.
Kinder tragen eine unverhältnismäßig große Last. Mehr als 300 Kinder sind gestorben, und obwohl Kinder fast ein Viertel der bestätigten Fälle ausmachen, stellen sie fast ein Drittel der Todesfälle, so UNICEF. Die Müttersterblichkeit in Ituri hat sich seit Beginn des Ausbruchs fast verdoppelt; wöchentlich sterben rund sechs Frauen an Geburtskomplikationen. Eine Ebola-Infektion während der Schwangerschaft ist mit nahezu vollständigem Verlust des Fötus verbunden.
Angst verschärft die Gesundheitskrise. In den am stärksten betroffenen Gebieten ist die Nutzung von Gesundheitsdiensten in den letzten Monaten um mehr als 40 Prozent zurückgegangen, da die Menschen Kliniken meiden, berichteten die Vereinten Nationen. Rund 13.000 Gemeindearbeiter wurden vom kongolesischen Gesundheitsministerium und Partnern eingesetzt; sie haben mehr als 2,4 Millionen Menschen mit Präventionsinformationen erreicht und über 500.000 Hausbesuche zur Bekämpfung von Fehlinformationen durchgeführt.
An der medizinischen Front gibt es neuen Schwung. Ein WHO-Beratungsgremium hat empfohlen, Ervebo – den einzigen zugelassenen Ebola-Impfstoff, entwickelt gegen den Zaire-Stamm – in einer randomisierten klinischen Studie gegen die Bundibugyo-Erkrankung zu testen, nachdem vorläufige Tierdaten auf eine gewisse Kreuzprotektion hindeuten, insbesondere gegen den Tod. Die Wirksamkeit gegen Bundibugyo muss noch bewiesen werden; ein speziell für diesen Stamm entwickelter Impfstoff bleibt die bevorzugte Option.
Zudem hat Health Canada Moderna autorisiert, eine Phase-I-Studie mit einem mRNA-Impfstoffkandidaten gegen die durch das Bundibugyo-Virus verursachte Ebola-Erkrankung zu beginnen. Forscher gehen davon aus, dass die ersten Studien am Menschen mit klinisch einsatzfähigem Material bis Ende 2026 beginnen könnten. Bis dahin stützt sich die Antwort auf Überwachung, Kontaktverfolgung, sichere Bestattungen und das Vertrauen der Gemeinden – dieselben Instrumente, mit denen frühere Ausbrüche eingedämmt wurden.
Quellen
- ecdc.europa.euEbola disease outbreak in the Democratic Republic of the Congo and Uganda — ECDC
- news.un.orgEbola in DR Congo: Childhood deaths rise; hopes raised over new vaccine — UN News
- who.intEbola disease caused by Bundibugyo virus — WHO Disease Outbreak News
- canada.caHealth Canada authorizes vaccine clinical trial for Ebola disease caused by the Bundibugyo virus
- bmj.comEbola: how soon could a Bundibugyo vaccine be ready? — BMJ




