Wi-Fi 8 gibt es noch nicht. Die Spezifikation ist Entwurf, die finale Zertifizierung liegt in einiger Ferne, und es gibt praktisch keine Wi-Fi-8-Clients, die sich mit irgendetwas verbinden ließen. Asus hat trotzdem einen Router dafür gebaut.
Der ROG Rapture GT-BN98 Pro ist der erste Quadband-Wi-Fi-8-Router, und Wired-Autor Simon Hill hat einen Monat damit verbracht – für einen Test, der mit 900 Dollar zu Buche schlägt. Das Gerät ist enorm: rund 14 Zoll im Quadrat und mit den acht fest verbauten Antennen etwa 9 Zoll hoch, eine Form, die er als riesige tote Mecha-Spinne beschreibt. Innen arbeitet Broadcoms BCM6718 mit einem 2,6-GHz-Quad-Core-Prozessor, 256 MB Flash und 2 GB DDR4.
Die Funkmodule sind 4x4 mit OFDMA und 4096-QAM auf 2,4 GHz, 5 GHz und zwei 6-GHz-Bändern – theoretische Spitzen von 1,3, 5,6 und 11,5 Gbit/s pro 6-GHz-Band. In der Praxis maß Hill bis zu etwa 3 Gbit/s im selben Raum, rund 1 Gbit/s durch eine Wand und 350 Mbit/s am Ende eines Gartens mit dicken Mauern. Multi-Link Operation, beim Wi-Fi-7-Start noch fehleranfällig, erreichte auf kurze Distanz fast 5 Gbit/s – aber nur mit einem zweiten GT-BN98 Pro als Client, ein Szenario, das die meisten Käufer nie haben werden.
Das ist der unbequeme Teil. Um die eigentlichen Verkaufsargumente von Wi-Fi 8 zu testen, mussten zwei dieser Router miteinander sprechen, denn Wi-Fi 8 ist kein Geschwindigkeitsstandard. Seine Funktionen zielen auf Stabilität, Interferenzausgleich und Latenz – adaptive Quality-of-Experience-Planung, Gerätepriorisierung und Ähnliches. In einem Netz mit vier Spielern, zwei PCs, einem MacBook und einer PS5 lief es laut Test reibungslos; ob das an Wi-Fi 8 liegt oder an einem sehr teuren Router mit sehr gutem Thermikdesign, lässt sich noch nicht trennen.
Die Portausstattung ist tatsächlich Oberklasse: ein 10-Gbit-WAN/LAN, ein zweites 10-Gbit-LAN, vier 2,5-Gbit-Ports, ein 1-Gbit-LAN und zwei USB-Anschlüsse, inklusive Link Aggregation für einen 20-Gbit-Kanal. Asus verzichtet zudem auf das Abo-Modell der Konkurrenz und legt Sicherheitssoftware, Kindersicherung und ein Jahr NordVPN bei.
Das Urteil lautet 8/10 und, nützlicher, "die meisten Leute sollten an Wi-Fi 8 noch nicht denken". Asus' eigenes Quadband-Wi-Fi-7-Modell GT-BE98 Pro ist nahezu identisch und 200 Dollar günstiger; der Triband-RT-BE96U liegt rund 300 Dollar darunter. Die einzige wirklich neue Information für Käufer ist regulatorisch: TP-Links Archer 8 Ultra, der einzige andere von Hill getestete Wi-Fi-8-Router, ist in den USA nicht erhältlich, weil TP-Link die Conditional Approval der FCC für neue Systeme fehlt. Asus hat sie.
Der Standard kommt also früh, wie Standards heute kommen: erst die Hardware, dann die Firmware, dann die Clients, dann der Grund. Ein Router, der vor seiner eigenen Zertifizierung erscheint, ist ein vertrautes Muster im Funkbereich – meist geht es gut aus. Nur ein Kaufargument ist es im November 2026 nicht.




