Die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaats Washington meldeten am Sonntag den Tod eines Einwohners des Yakima County an der Vogelgrippe H5N1 – der dritte menschliche Todesfall in den USA, seit ein hochpathogener Stamm des Virus im März 2024 von Wildvögeln auf Milchrinder übergesprungen ist.

Der Patient hatte Vorerkrankungen und war am Freitag in schwerem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert worden. Der Yakima Health District kündigte an, Name, Geschlecht und Alter der Person aus Rücksicht auf die Familie nicht zu veröffentlichen. "So ernst und herzzerreißend dieses Ergebnis ist – das Risiko für die Allgemeinheit bleibt gering", erklärte der Gesundheitsbeamte Dave Atteberry.

Was diesen Fall von den beiden früheren Todesfällen unterscheidet, ist der Expositionsweg. Der erste Tod im Januar 2025 in Louisiana folgte dem Kontakt mit infizierten Wild- und Hausvögeln; der zweite, im November 2025 in Washington gemeldet, war ebenfalls mit Hinterhofherden verbunden. Dieser Fall wird mit einem infizierten Milchviehbetrieb in Verbindung gebracht – genau jener Weg, den der Rinderausbruch von 2024 eröffnet hat.

Seit dem Nachweis des Virus in Milchviehherden des Staates am 8. Oktober hat Washington drei menschliche Fälle registriert. Alle drei stammen aus dem Yakima County. Der dritte Fall, zeitgleich mit dem Todesfall gemeldet, geht ebenfalls auf eine infizierte Herde zurück; die beiden nicht tödlichen Verläufe waren mild und erforderten keinen Krankenhausaufenthalt.

Auf der Tierseite bewegt sich die Lage schneller. Das USDA zählt seit dem 8. Oktober 40 Nachweise in Milchkühen Washingtons, 33 davon in Herden des Yakima County, und landesweit 134 Rinderfälle in diesem Jahr – in Texas, Washington, Idaho, Utah und Kansas. Bei keiner anderen Nutztierart wurden Infektionen gemeldet, doch das Virus taucht weiterhin bei wild lebenden und gehaltenen Säugetieren auf. Nach einer Recherche von ProPublica im vergangenen Monat wütet es auf einer Nerzfarm in Utah – einer Art, die Virologen beunruhigt, weil sie dem Virus Raum zur Anpassung an eine Übertragung zwischen Menschen bietet.

Beim Menschen wurden seit 2024 mehr als 70 Fälle in den USA erfasst, und kein einziger ließ sich auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung zurückführen. Drei endeten tödlich. Dieses Verhältnis – viele Fälle, keine Infektionsketten – ist der Grund, warum CDC und Staatsbehörden das Risiko weiterhin als gering bezeichnen und warum dieser Tod vorerst eine Tragödie für eine Familie ist und kein Wendepunkt für alle anderen.

Offen bleibt, ob das so bleibt, je länger das Virus in Säugetieren zirkuliert. Jede neue Herde, jeder neue Nerzkäfig ist ein weiterer Wurf für die Mutationen, die H5N1 zwischen Menschen übertragbar machen würden. Drei Tote in zwei Jahren sind eine kleine Zahl; der Überwachungsaufwand, sie klein zu halten, ist es nicht.