Forschende haben einen hitzebedingten Prozess im Magma entdeckt, der erklären könnte, warum ähnliche Vulkane sehr unterschiedlich ausbrechen. Ein internationales Team unter der Leitung der University of Manchester analysierte Magma des Tajogaite-Ausbruchs von 2021 auf La Palma und fand heraus, dass Überhitzung die winzigen Kristalle auflösen kann, die normalerweise als Keime für neues Kristallwachstum dienen – und das aufsteigende Gestein dadurch deutlich länger flüssig bleibt.

In Experimenten begann nicht überhitztes Magma nach etwa 20 Minuten zu kristallisieren; stark überhitztes Magma bildete mehr als acht Stunden lang keine Kristalle. Computermodelle zeigen: Bleibt Magma lange flüssig, steigt es schnell auf und kann Lavafontänen erzeugen; kristallisiert es früh, wird es zäh, Gase entweichen leichter und es kommt zu ruhigeren Ausbrüchen. Hauptautorin Dr. Barbara Bonechi und Koautorin Dr. Margherita Polacci betonen, dass die thermische Vorgeschichte des Magmas künftig in Gefährdungsmodellen berücksichtigt werden sollte. Die Studie erscheint in Nature Communications.