Spanien hat ein Finanzpaket von bis zu 1 Mrd. € angeboten, um das Thirty Meter Telescope (TMT) auf La Palma auf den Kanarischen Inseln — den offiziellen Ausweichstandort des Projekts — zu bringen. Es ist der bislang stärkste Vorstoß, das Observatorium von seinem seit langem umstrittenen Standort auf dem Mauna Kea auf Hawaii zu verlegen.

Der am 29. Juli angekündigte Rahmen kombiniert einen 400-Mio.-€-Beitrag des spanischen Wissenschaftsministeriums über die Entwicklungsagentur CDTI — in Höhe seines ersten Angebots vom Juli 2025 — mit einem 300-Mio.-€-Darlehen der Europäischen Investitionsbank, das noch finalen Prüfungen unterliegt, sowie bis zu 300 Mio. €, die die staatliche Bank ICO laut eigener Aussage 'prüft'. Das Paket ist an die Bedingung geknüpft, dass das TMT-Konsortium das Projekt von Hawaii nach La Palma verlegt.

Mauna Kea ist seit 2009 der bevorzugte Standort, doch der Bau ist seit über einem Jahrzehnt durch Proteste gegen die heilige Bedeutung des Berges für die einheimischen Hawaiianer, Gerichtsverfahren und Blockaden blockiert. Auch die Finanzierung stockt: Die US-amerikanische National Science Foundation lehnte es in ihrem Haushaltsantrag für FY2026 ab, das TMT in die Endkonstruktionsphase zu bringen, und schlug stattdessen das Giant-Magellan-Teleskop in Chile vor; im FY2027-Antrag wiederholte sie diese Präferenz, ohne Designmittel für das TMT vorzusehen.

Das 1-Mrd.-€-Angebot krönt fast ein Jahr spanischer Bemühungen: Madrid bot im Juli 2025 zunächst 400 Mio. € an, und im November nannte das TMT-Konsortium das spanische Angebot 'einen vielversprechenden Weg für ein neues Observatorium' und stimmte der Entwicklung einer Roadmap für das TMT auf La Palma zu. Wird es gebaut, wäre das Thirty-Meter-Teleskop eines der größten je geplanten optisch-infraroten Observatorien und würde sich der wachsenden Gruppe von Weltklasse-Einrichtungen am Observatorium Roque de los Muchachos auf La Palma anschließen.