Die KI-Shopping-Assistenten von Amazon und Walmart sind häufig in der Lage zu erkennen, wenn 'Made in USA'-Produktlabel falsch sind – doch die beiden Handelsriesen nutzen diese Fähigkeit nach einer neuen Studie des Center for Law and the Economy der Columbia Law School bewusst nicht, um gegen irreführende Angebote vorzugehen.

Die Studie, die erste des von der ehemaligen Vorsitzenden der US-Handelskommission FTC, Lina Khan, geleiteten Zentrums, zeigt, dass Amazons Alexa for Shopping und Walmarts Sparky-Assistenten Widersprüche zwischen expliziten 'Made in USA'-Behauptungen und widersprüchlichen Angaben in Produktlisten erkennen können. Auf die Frage, warum die Unternehmen nicht mehr tun, lieferten die Chatbots geschäftliche Begründungen: Walmarts Sparky antwortete, die FTC setze 'Made in USA'-Regeln typischerweise gegen Hersteller durch, nicht gegen Händler – eine 'Geschäftsentscheidung, keine rechtliche Rechtfertigung'. Amazons Alexa ging weiter: 'Der Schaden für in den USA hergestellte Marken ist real und dokumentiert, aber solange dieser Schaden für Amazon selbst keine finanziellen, regulatorischen oder reputationsbezogenen Kosten verursacht, ist es einfacher, nichts zu tun.'

US-Vorschriften verlangen, dass als 'Made in USA' beworbene Produkte 'ganz oder praktisch ganz' im Land hergestellt werden; die FTC hatte beide Händler im vergangenen Jahr aufgefordert, die Angaben von Drittanbietern zu kontrollieren. Amazon erklärte, es zeige Herkunftsinformationen an und gehe gegen regelverletzende Verkäufer vor; Walmart wollte sich zunächst nicht äußern.

'Auch wenn KI-Tools immer ausgefeilter werden, werden Geschäftsanreize bestimmen, wie diese Fortschritte eingesetzt werden', sagte Khan. 'Politik und Behörden spielen eine entscheidende Rolle, damit die Öffentlichkeit nicht den Kürzeren zieht.' Die Ergebnisse werfen erneut Fragen zu den gemischten Anreizen von KI-Shopping-Assistenten auf, die Händler zunehmend als Mittel zur Umsatzsteigerung sehen.