Resident Evil pendelt seit drei Jahrzehnten zwischen zwei Polen: dem langsamen, von Ressourcenknappheit getriebenen Grauen seiner Survival-Horror-Wurzeln und dem lauteren Actionspektakel, in das die Serie mit wachsendem Erfolg abdriftete. Der am 22. September veröffentlichten Rezension von Ars Technica zufolge landet der neueste Teil auf der richtigen Seite dieses Pendels — es sei der frische Ansatz, den diese schwächelnde Reihe wirklich brauchte.
Dieses Urteil wiegt schwerer als eine einzelne Rezension es sonst täte, denn Resident Evil gehört zu den verlässlichsten Franchises der Branche und zu den am stärksten von Remakes abhängigen. Wenn eine Serie ihren Unterhalt teils damit verdient, ihre eigene Vergangenheit neu aufzulegen, ist eine gut aufgenommene neue Richtung ein Signal, dass das Publikum ihr auch an unbekannte Orte folgt — und ein Hinweis für Publisher, wo die Risikobereitschaft liegt.
Die Spannung, die die Rezension anspricht, ist aus allen langlebigen Serien bekannt: Vertrautheit verkauft sich, doch Wiederholung zersetzt genau das, was eine Serie einst furchterregend machte. Horror reagiert darauf ungewöhnlich empfindlich, denn Grauen lebt von Unvorhersehbarkeit — sobald Spieler die Regeln kennen, wirken die Schrecken nicht mehr.
Zu beobachten: ob das Lob hält, wenn weitere Medien rezensieren, ob die Design-Entscheidungen in künftige Teile oder Remakes übernommen werden und was der kommerzielle Erfolg über die Lust auf Risiko statt Nostalgie sagt.




