Optus und Nokia haben in Australien einen 6G-Forschungsversuch abgeschlossen: Mit 200 MHz Spektrum aus dem oberen 6-GHz-Band wurden an einem Smartphone 3,5 Gbit/s Spitzen-Download erreicht. Der Versuch lief an einem bestehenden Optus-Standort in Sydney neben einem Live-5G-Netz, mit einem MediaTek-basierten Testgerät und Nokias 6-GHz-Massive-MIMO-Antenne.
Die Kapazität könnte mehr als 140 parallele 4K-Videostreams unterstützen oder einen zweistündigen HD-Film in Sekunden herunterladen, so die Unternehmen. Das obere 6-GHz-Band lieferte zudem eine ähnliche Outdoor-Abdeckung wie Optus' bestehendes 3,5-GHz-5G-Netz — ein Hinweis, dass künftige 6G-Dienste einen Großteil der heutigen Infrastruktur wiederverwenden könnten. Australien plant wie Großbritannien ein Hybridmodell, bei dem sich Mobilfunk und WLAN das Band teilen.
Das ungewöhnlichste Element des Versuchs: In einer von den Firmen als Weltpremiere bezeichneten Demonstration lief ein KI-gestützter Roboterhund durch Gebäude, um die Indoor-Mobilfunkabdeckung zu messen und künftige 6G-Netze zu planen. Die Innenabdeckung bleibt die Schwachstelle des Bandes — der Test zeigte, dass obere-6-GHz-Signale Wände schlecht durchdringen —, und der Roboterhund soll die Planung von Gebäudetechnik schneller und präziser machen. "Dieser Versuch ist ein wichtiger Meilenstein in Optus' langfristigem 6G-Forschungsprogramm und hilft uns zu verstehen, wie künftige Mobilfunknetze für Australiens besondere Konnektivitätsbedürfnisse gestaltet werden können", sagte Sri Amirthalingam, Technologiechef von Optus.




