Die Oktober-Einreichungen bei der US-Börsenaufsicht zeigen, wohin das Geld gerade fließt — und ein Muster sticht heraus: Vehikel, die Anteile an bereits bewerteten KI-Firmen kaufen, füllen sich schneller als klassische Frühphasenfonds.

Am deutlichsten bei Diffusion ONE. Victor Lazarte und Kris Fredrickson, beide früher bei Benchmark, haben 1,252 Milliarden Dollar für ihren ersten KI-Fonds eingesammelt — nach einer im Mai von Forbes berichteten Zielmarke von 800 Millionen. Der Fonds hat bereits große Schecks geschrieben, darunter die Co-Leitung von Harveys 550-Millionen-Dollar-Serie-H mit Lightspeed und eine Beteiligung an Etcheds 300-Millionen-Dollar-Serie-C im Juli. Ein Fonds, der sein Ziel um mehr als die Hälfte überschreitet, bevor er offiziell vermarktet ist, sagt mehr über die Stimmung als jede Umfrage.

Der Sekundärmarkt wird zum Hauptmarkt

Industry Ventures hat für seinen im Juli eröffneten Secondaries-Fonds mindestens 1,7 Milliarden Dollar eingesammelt. Das ist keine Randnotiz mehr. Laut PitchBook-Analystin Emily Zheng gehören Anteile an Anthropic und OpenAI zu "den umkämpftesten Immobilien im Wagniskapital" — und wer sie kaufen will, braucht ein Vehikel dieser Größe. Der Sekundärmarkt ist damit weniger ein Ausstiegspfad für gestresste Angestellte als ein Beschaffungsmarkt für Institutionen, die in der Privatphase nicht zum Zug kamen.

Auch die Traditionshäuser rüsten auf. Benchmark hat vier reine Partnerfonds eingereicht — Benchmark Partners Founders' Fund T1, Fund 2, Fund 2-A und T1-A — über 220, 132, 4,5 und 7,5 Millionen Dollar; Jack Altman, der zuletzt zu Benchmark kam, ist in allen vier genannt. 8VC, das im Juli 1,5 Milliarden Dollar für Fund VII aufgenommen hat, beantragt weitere Vehikel: 400 Millionen für 8VC DSS III, 30,35 Millionen für 8VC COSC, 20,35 Millionen für 8VC BRSC und einen 8VC AI Fund XI, der bereits 13,5 Millionen eingesammelt hat, auch von 8VC selbst.

Trust Ventures aus Austin beantragte am Montag einen 400-Millionen-Dollar-Fund V; die Firma investiert in stark regulierte Branchen und hatte 2023 einen 225-Millionen-Dollar-Fund IV angestrebt. Der Deep-Tech-Fonds Interlagos Capital sammelt 400 Millionen für Fund II ein. Notable Capital (Anthropic, Airbnb, Square) und Neil Mehtas Greenoaks — Co-Lead von Anthropics 65-Millionen-Dollar-Serie-H, die in der Berichterstattung als 65 Milliarden Dollar geführt wird — haben ebenfalls neue Fonds eingereicht.

Was das für Gründer bedeutet

Zwei Dinge. Erstens: Kapital für KI-Startups ist reichlich, aber es konzentriert sich auf wenige Namen und späte Stadien. Ein Fonds, der 1,25 Milliarden einsammelt und davon Harvey und Etched finanziert, ist kein Frühphaseninvestor, dem man einen Pre-Seed-Pitch schickt. Zweitens: Der Druck, Exit-Erzählungen zu liefern, wächst, weil die LPs dieser Vehikel Renditen aus bereits sehr teuren Bewertungen brauchen. Der Anthropic-Börsengang ist der erste echte Test, ob die Rechnung aufgeht.