Nexus Mods, die größte Modding-Plattform für PC-Spiele, macht Angaben zu KI für neue Uploads verpflichtend. Wer künftig einen Mod veröffentlicht, muss erklären, „ob KI bei der Arbeit verwendet wurde". Für Mods, die als „KI-unterstützt" gekennzeichnet sind, verlangt die Seite zusätzlich „eine öffentliche Erklärung, wie und wo KI eingesetzt wurde". Die KI-Kennzeichnungen sollen zudem prominenter auf den Mod-Seiten erscheinen.
Die Ankündigung stammt von Plattforminhaber Victor „Foledinho" Folmann, der die Seite 2025 von ihrem Gründer übernommen hat, und steht in einem längeren Beitrag über KI-generierte Inhalte. Seine Begründung ist bemerkenswert nüchtern: „Eines der beständigsten Anliegen, die wir gehört haben, ist, dass nicht klar offengelegt wird, wenn KI für einen Mod verwendet wurde," schreibt er. „Wir haben bereits Tags für KI-generierte und KI-unterstützte Mods, aber uns ist klar, dass wir viel mehr tun können, um diese Informationen zugänglicher und klarer zu machen."
Ein Verbot wird es nicht geben — und Folmann argumentiert ausgerechnet mit der Allgegenwärtigkeit der Werkzeuge: „KI wird derzeit im gesamten Entstehungsprozess eingesetzt, von der Skript-Autovervollständigung bis zur Erzeugung von Texturen, Stimmen und ganzen Assets, und es ist schwierig, eine klare Grenze zwischen dem zu ziehen, was akzeptabel ist und was nicht. Ein vollständiges Verbot wird KI nicht aus dem Modding-Prozess entfernen, sondern verhindern, dass Menschen ihren Einsatz erwähnen. Uns ist das Gegenteil lieber: Es sollte offen, klar gekennzeichnet und nach Regeln moderiert werden, die wir auf unserer Plattform durchsetzen können."
Zwei Zusagen kommen hinzu: Nexus Mods will Mods nicht zum Training von KI nutzen und sie nicht an Dritte verkaufen oder lizenzieren, die das tun. Die Plattform hatte zuvor mitgeteilt, dass SteamDB zu Nexus Mods gestoßen ist, und feierte in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen — ein Vierteljahrhundert, in dem die Identität der Seite weitgehend über die Arbeit ihrer Mod-Autoren definiert wurde.
Warum das zählt: Die Modding-Szene ist ein Testfeld dafür, wie KI-Kennzeichnung in der Praxis funktioniert, weil dort alles auf Reputation und Nachvollziehbarkeit aufbaut. Nexus wählt den Weg, den auch große Plattformen gehen: keine Verbote, sondern Metadaten und Sichtbarkeit. Ob das reicht, hängt an Details, die der Beitrag noch offen lässt — was mit bestehenden Mods geschieht, wie Verstöße geahndet werden und ob eine Erklärung, die ein Uploader selbst verfasst, überhaupt überprüfbar ist.
Was zu beobachten ist: ob andere Repositories nachziehen. Wer Assets, Texturen oder Stimmen für Spiele bereitstellt, sitzt auf genau den Daten, gegen deren ungefragte Nutzung zum KI-Training sich Kreative derzeit am lautesten wehren.




