Die NASA-Mission PUNCH hat ihren ersten Prognosetest mit verblüffender Präzision bestanden: Anhand kontinuierlicher Bilder eines koronalen Massenauswurfs (CME) sagten Wissenschaftler dessen Ankunft an der Erde auf 30 Minuten genau voraus — rund zehnmal besser als bisherige Methoden, die nur ein 5-Stunden-Fenster bieten.
PUNCH (Polarimeter to Unify the Corona and Heliosphere) besteht aus vier kleinen Raumfahrzeugen im niedrigen Erdorbit, die das innere Sonnensystem nahtlos in 3D beobachten und alle vier Minuten ein neues Bild liefern. Vor dem Start der Mission im Jahr 2025 konnten CMEs nur über ein Fünftel ihrer Reise von der Sonne verfolgt werden; den Rest mussten Prognostiker erraten. Nun lassen sich die Eruptionen fast bis zur Erde verfolgen.
Im Proof-of-Concept-Test fütterten Forscher Bilddaten des CME vom 31. Mai 2025 in ein Modell, das dessen Vorderkante verfolgte. Zwölf Stunden nach dem Ausbruch lieferte das Modell seine endgültige Prognose: Ankunft in acht Stunden. Die tatsächliche Ankunft lag innerhalb einer halben Stunde — und das Modell markierte zugleich, wann sich seine Schätzung stabilisiert hatte, sodass Prognostiker ihr vertrauen konnten. Die am Dienstag beim COSPAR-Kongress vorgestellten Ergebnisse, die bei der Zeitschrift Space Weather zur Begutachtung liegen, könnten die Vorhersage von Stürmen revolutionieren, die Stromnetze, Satelliten und Astronauten bedrohen. "Wir haben mit einem wirklich einfachen Verfahren ein um eine Größenordnung besseres Ergebnis erzielt als die modernste Methode", sagte Craig DeForest, PUNCH-Hauptforscher.




