Mobile Gaming wächst kaum noch, und ein großer Teil dessen, was täglich in den Timelines landet, ist generiert. Genau in dieser Lücke steckt eine App, die nichts anderes verkauft als Kopfrechnen.

Matiks, ein indisches Unternehmen mit Sitz in Bengaluru, meldet für September mehr als 300.000 tägliche Nutzer – nach 22.000 zu Beginn des Jahres. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer lag im September bei 2,2 Millionen. Am Montag gab das Startup eine Pre-Series-A-Runde von 10 Millionen Dollar bekannt, angeführt von General Catalyst, mit Beteiligung des indischen Unternehmers Ronnie Screwvala sowie der Bestandsinvestoren Info Edge Ventures, Tanglin Venture Partners und Untitled Ventures. Damit hat Matiks insgesamt über 13,5 Millionen Dollar eingesammelt.

Das Produkt ist bewusst altmodisch. Nutzer wählen eine von vier Kategorien – Mathe, Puzzle, Gedächtnis, Logik – und spielen entweder gegen Bots zum Üben oder gegen echte Gegner. Dazu kommen Challenges, Quests, Punkte, Streaks und freischaltbare Spiele. Gegründet wurde Matiks von Sudhanshu Bhatia, Mohan Kumar und Sushant Timmapur, die zusammen studiert haben. Bhatia hat einen Hintergrund im Wettkampf-Kopfrechnen und entwickelte die Idee nach eigenen Angaben, während er bei American Express an einer Anti-Geldwäsche-Strategie arbeitete.

„Die Plattformen der letzten zehn Jahre haben den Konsum von Unterhaltung leicht gemacht, aber viel davon ist Brain Slop“, sagte Bhatia. Man habe untersucht, wie sich mathematikbezogene Spiele so unterhaltsam machen lassen wie andere Inhalte. Aus dem Kopfrechnen kannte er ein Wettbewerbsökosystem; dasselbe gebe es für Puzzles und Gedächtnis. Das Format ist deshalb doppelt: Übungsmodus gegen Bot, dann Duell gegen Mensch.

Bemerkenswert ist die Monetarisierung – oder ihr Fehlen. Matiks hat sich bislang auf Wachstum konzentriert und erst in diesem Monat begonnen, ein Abonnement zu testen, das Spielanalysen, Tipps und Übungsfunktionen freischaltet. Dazu kommen In-Game-Käufe, mit denen sich Challenges überspringen, Streaks halten oder Erfahrungspunkte boosten lassen. Ein Unternehmen mit 41 Vollzeitkräften, das gerade erst anfängt, Geld zu verlangen, und trotzdem 300.000 Menschen täglich bindet.

Der Großteil der Spieler sitzt in Indien, doch es gibt Zugriffe aus den USA, Südkorea und Japan; für die beiden letzteren sind Lokalisierungen geplant. Genau dort wird sich zeigen, ob das Modell trägt: Kopfrechnen als Wettkampfsport ist kulturell unterschiedlich stark verankert, und ein Abonnement für Spiele, die man in wenigen Minuten beendet, ist eine andere Rechnung als eines für Serien.

Die eigentliche Spannung liegt jedoch im Expansionsplan. Matiks positioniert sich gegen KI-generierte Inhalte – und hat zugleich eine experimentelle Plattform namens Jelo gestartet, auf der Nutzer eigene Spiele bauen und andere sie spielen lassen können. Damit tritt das Unternehmen gegen Googles neues Angebot Playground an, in einem Markt, in dem die Werkzeuge selbst austauschbar werden. Die 10 Millionen Dollar sollen vor allem dieses Geschäft skalieren.

Rahul Humayan von General Catalyst begründete die Beteiligung mit Tempo und Bindung: Das Produkt, die Vision und vor allem die Community seien „N of 1“, sagte er TechCrunch. Ob das reicht, entscheidet sich an einer Frage, die keine Nutzerzahl beantwortet: ob Menschen für Denksport zahlen wollen, oder nur dafür, ihn kostenlos gegen andere zu spielen.