Antibiotikaresistenzen bei Kindern nehmen seit zwei Jahrzehnten zu, und Prognosen deuten auf steile Anstiege bis 2035 hin. Die in JAMA Pediatrics veröffentlichte Analyse wertete mehr als 106.000 Bakterienproben von Kindern und Jugendlichen aus 82 Ländern aus, die zwischen 2004 und 2022 gesammelt wurden — Krankenhausstationen, Intensivstationen und Ambulanzen in Ländern von den USA und Großbritannien bis Malawi und Uganda.

Die Resistenzen nahmen in allen Regionen zu; am höchsten waren sie auf Intensivstationen, bei unter Dreijährigen mit schweren Infektionen und in ressourcenarmen Umgebungen. Antibiotikaresistenzen trugen Schätzungen zufolge 2021 weltweit zu 840.000 Todesfällen bei Kindern unter fünf Jahren bei — eine Zahl, die bei weiter steigenden Raten wachsen könnte.

Besonders deutlich ist die Schere zwischen reichen und armen Ländern: Während Resistenzen gegen "Access"-Antibiotika in Ländern mit hohem Einkommen von 48 % auf 29 % sanken, stiegen sie in Ländern mit niedrigem Einkommen leicht von 44 % auf 47 %. Bei "Watch"-Antibiotika stieg die Resistenz von 14 % auf 24 % (hohes Einkommen) und von 16 % auf 48 % (niedriges Einkommen); bei Reserve-Medikamenten von 9 % auf 25 % beziehungsweise von 4 % auf 37 %. Bis 2035 sagen die Modelle "steile Anstiege" bei gängigen Erregern wie Acinetobacter baumannii und Klebsiella voraus.

"Diese Prognosen sind Warnszenarien, keine unvermeidlichen Ergebnisse", sagte Studienautorin Yanhong Jessika Hu. "Es ist real, und es geschieht", ergänzte Penelope Bryant vom Murdoch Children's Research Institute — "die Sichtbarkeit ist bei Kindern nur deutlich geringer als bei Erwachsenen." Da Kinder ohnehin weniger Antibiotika-Optionen haben als Erwachsene, sei der Erhalt dieser Optionen umso wichtiger.