Zwei der vielversprechendsten jemals identifizierten Dyson-Sphären-Kandidaten sind überhaupt keine außerirdischen Megastrukturen. Astronomen nutzten das James-Webb-Weltraumteleskop, um die beiden Sterne zu untersuchen — herausgefiltert aus rund fünf Millionen Sternen durch die Suche des Projekts Hephaistos — und fanden in beiden Fällen eine ferne, im Infrarot hell leuchtende Galaxie, die fast perfekt hinter dem Stern ausgerichtet war und das Abwärme-Glühen einer hypothetischen Megastruktur vortäuschte.
Die Suche nach Dyson-Sphären beruht auf einem einfachen Prinzip: Eine Zivilisation, die die Energie eines Sterns erntet, muss das eingefangene Licht als mittleres Infrarot-"Abwärme" wieder abstrahlen. Das von Erik Zackrisson von der Universität Uppsala geleitete Projekt Hephaistos durchsuchte rund fünf Millionen Sterne der Milchstraße genau nach einem solchen Infrarot-Überschuss; sieben Sterne bestanden die immer strengeren Tests, und die beiden stärksten Kandidaten gingen an JWST.
Die Bilder lösten das Rätsel fast sofort. Bei längeren Wellenlängen "leuchtete" neben jedem Stern eine zweite Quelle auf — hinter Kandidat D eine heiße, staubverhüllte Galaxie (ein "Hot DOG", dessen zentrales Schwarzes Loch riesige Staubwolken aufheizt), hinter Kandidat E eine staubige Starburst-Galaxie. Frühere WISE-Beobachtungen hatten die Paare zu einzelnen Quellen mit unerklärlichen Überschüssen verschmiert. Die Ausrichtungen waren außergewöhnlich glücklich: Versätze von etwa einer Bogensekunde, "wie eine Münze, die man aus drei Meilen Entfernung sieht", sagte Co-Autorin Olivia Curtis von der Penn State.
Das auf dem arXiv-Preprint-Server veröffentlichte Ergebnis ist keineswegs eine Sackgasse. Es dokumentiert eine der überzeugendsten Dyson-Sphären-Vortäuschungen, die das Universum hervorbringen kann, liefert zwei wissenschaftlich höchst interessante Hintergrundgalaxien, die sonst vielleicht nie untersucht worden wären, und beschert der nächsten Generation von Riesenteleskopen ein fertiges adaptiv-optisches Setup, da der Vordergrundstern als Leitstern dienen kann. Wie Curtis es formulierte: "Junge Forschungsfelder wachsen, indem sie ihre Fehlalarme bis zum Ende jagen."



