heise online hat die Huawei Watch GT 7 Pro durch den Alltag, das Training und eine fünfstündige GPS-Wanderung geschickt — und war vom Sportuhren-Kern beeindruckt, notierte aber die bekannten Smartwatch-Kompromisse.

Die GT 7 Pro bleibt dem Familienrezept treu: ein 1,47-Zoll-AMOLED (466 × 466), Saphirglas, ein Gehäuse aus einer Titanlegierung der Luft- und Raumfahrttechnik mit Keramiklünette und 5-ATM-Wasserdichtigkeit mit EN-13319-Zertifizierung für Freitauchen bis 40 Meter. Das neu gestaltete Fluorelastomer-Armband versteckt sein Ende im Band, sodass es beim Sport nicht verfängt; empfindliche Haut kann im Sommer trotzdem gereizt werden.

Die Stärke war die Pulsmessung: Selbst bei intensiven Einheiten wichen die Werte nur minimal von einem Brustgurt ab. Das Multiband-GNSS arbeitete präzise, und die Uhr unterstützt nun echte topografische Offline-Karten sowie den Komoot-Routenimport — ein ernsthaftes Werkzeug für Trailruns und Touren abseits bekannter Wege. Radfahrer bekommen einen virtuellen Powermeter und detailliertere Leistungsauswertungen; Skifahrer erhalten Indoor-Skiing, G-Kräfte-Daten und laut Huawei eine um über 50 Prozent präzisere Standorterfassung im Skimodus. Ein neuer Physical Readiness Score bewertet die tägliche Regeneration — sofern man die Uhr nachts trägt.

Die Gesundheitsfunktionen umfassen SpO2, Herzfrequenzvariabilität, arterielle Steifigkeit, Pulswellen-Arrhythmieanalyse und ein 1-Kanal-EKG, das Anzeichen von Vorhofflimmern erkennen kann. Die Tester betonen: Das ergänzt einen Arztbesuch, ersetzt ihn aber nicht.

Die Akkulaufzeit ist die Schlagzeile. Huawei verspricht 12 Tage bei typischer Nutzung und bis zu 21 sparsame Tage; die Tester kamen auf knapp 15 Tage bei drei Work-outs pro Woche plus GPS-Wanderung. Die GPS-Laufzeit wird nun mit über 50 Stunden angegeben, die vollständige Ladung dauert etwa eine Stunde.

Der Preis ist spürbar gestiegen: Die UVP liegt bei 429 Euro (Straßenpreis rund 379 Euro; das Style Set mit silbernem Titanarmband kostet 469 Euro) — über dem Einführungspreis der GT 6 Pro.

Doch die GT 7 Pro bleibt eine Sportuhr, keine vollwertige Smartwatch: keine eSIM und kein eigenständiges LTE, keine WLAN-Netzanbindung, ein kleines Drittanbieter-App-Angebot unter HarmonyOS und ein weitgehend kostenpflichtiger Zifferblatt-Store. Huawei Health ist weiterhin nicht im Google Play Store — Android-Nutzer außerhalb der Huawei-, Samsung- und Honor-Ökosysteme müssen die App manuell installieren, iPhone-Nutzer finden sie im App Store. Bluetooth lässt sich nachts nicht separat abschalten, was strahlungssensible Nutzer stören dürfte.

Fazit: Für aktive Nutzer, die präzise Messwerte, lange Ausdauer und hochwertige Verarbeitung suchen — und ohne App-Ökosystem leben können — ist die Watch GT 7 Pro eine sehr starke Wahl. heises Sportuhren-Vergleich führt derzeit Garmin vor Huawei und Suunto.