Es ist die Art von Nachricht, die 2026 niemand von Electronic Arts erwartet: 25 Spiele aus den Neunzigern sind überarbeitet auf Steam und GOG erschienen, darunter fast die gesamte Ultima-Reihe und fünf Wing-Commander-Titel. Keines kostet mehr als fünf Dollar, wer die alten Fassungen besitzt, bekommt die neuen kostenlos.

Die Geschichte dahinter ist besser als die Ankündigung. Jim Vessella, leitender Produzent bei EA, beschreibt in einem langen Blogbeitrag, wie er nach der Command-&-Conquer-Remastered-Collection von 2019 einen Raum am Hauptsitz in Redwood Shores fand, in dem jahrzehntealte physische Datenträger lagerten — schlecht beschriftet, kaum sortiert. In seiner Freizeit begann er, das Archiv zu katalogisieren, und stieß auf etwas Unerwartetes: Die Master der Filmsequenzen von Wing Commander III und IV waren offenbar vollständig erhalten. Also jene Szenen mit echten Schauspielern, die in den Neunzigern als Beweis für die Zukunft des Erzählens im Spiel galten.

Daraus wurde ein kleines Team von Auftragnehmern, das die Bänder in Schichten über 17 Stunden am Tag durchsah, beschriftete und digitalisierte, und die Zusammenarbeit mit Leuten aus der Community — vor allem Matt Wells, der seit Jahren Verbesserungspatches für Wing-Commander-Spiele baut. Das Ergebnis sind Filmsequenzen in einer Qualität, die es nie zuvor zu kaufen gab, dazu 60 Bilder pro Sekunde, zahlreiche neue INI-Einstellungen und volle Controller-Unterstützung, wobei in den Steam-Foren einige über genau diese Controller-Unterstützung klagen.

Bei Privateer 2 fand das Team die hochwertigen Master nicht. Man wandte sich an den damaligen Regisseur der Zwischensequenzen, Steve Hilliker, der die Bänder auf seinem Dachboden hatte — und der schon immer eine neue Farbkorrektur machen wollte. Er tat genau das und skalierte das Material neu hoch. Für Prophecy und Road Rash war GOG an der Restaurierung beteiligt; bei Road Rash wurde der komplette Original-Soundtrack neu lizenziert.

Bemerkenswert ist der Anteil unbezahlter Arbeit. Ein Teil davon entstand ehrenamtlich außerhalb der Arbeitszeit, auch wenn EA im Verlauf Ressourcen beisteuerte. In einer Branche, die ihre eigene Vergangenheit regelmäßig verliert, weil Rechte unklar sind und Master verschwinden, ist das ein lehrreicher Ausnahmefall: Der Bestand war da, er war nur nicht erschlossen.

Das macht die schlechten Nachrichten über EA nicht wett. Es zeigt aber, wie viel Erhaltung an einer überschaubaren Gruppe von Leuten hängt, die einen unaufgeräumten Raum ernst nimmt.