Google hat am Freitag bestätigt, dass er ein unfertiges Rechenzentrumsprojekt im Südosten Wyomings von Crusoe übernommen hat — jenes Gelände, für das Crusoe Google ursprünglich als Kunden gewinnen wollte und damit scheiterte.
Der Preis wurde nicht genannt. Google beziffert sein Engagement am Standort im Laramie County auf 17 Milliarden Dollar und nennt es sein erstes Rechenzentrum in Wyoming. Crusoe hatte das Projekt im Vorjahr mit Tallgrass angekündigt, einem von Blackstone gestützten Infrastrukturunternehmen, zunächst mit 1,8 Gigawatt und einer langfristigen Perspektive von bis zu 10 Gigawatt.
Die Details des Google-Plans zeigen, wie sehr sich die Stromversorgung solcher Anlagen verändert hat. Kernstück ist eine 702-Megawatt-Brennstoffzellenanlage von Bloom Energy, die Erdgas elektrochemisch umsetzt und deren CO2 über eine Abscheidung und Speicherung im nahen Eastern Wyoming Sequestration Hub von Tallgrass dauerhaft im Untergrund landen soll. Google spricht von der größten geplanten Anlage dieser Art; die gesamte vertraglich gesicherte CCS-Kapazität des Konzerns liegt damit bei knapp einem Gigawatt. Dazu kommen Gaskraftwerke von Tallgrass und Black Hills Energy sowie eine Machbarkeitsstudie, ob sich auch Gasturbinen mit CO2-Abscheidung nachrüsten lassen. Gekühlt wird mit Luft, um Wasser zu sparen.
Für Crusoe ist der Verkauf kein Rückzug, sondern eine Korrektur der Rolle. Das 2018 gegründete Unternehmen, im September mit 30,9 Milliarden Dollar bewertet und mit 3,9 Milliarden Dollar frischem Kapital ausgestattet, verdient Geld damit, Rechenzentrumsfläche an Kunden zu vermieten, die eigene GPUs mitbringen, eigene GPUs zu verleihen und Inferenz zu verkaufen. Mehr als 6 Gigawatt Kapazität seien weiterhin vertraglich gebunden, heißt es.
Das Portfolio ist entsprechend groß: Der Campus in Abilene, Texas, entsteht in Phasen für Oracle und OpenAI, daneben baut Crusoe ein eigenes 900-Megawatt-Gelände für Microsoft, dessen erstes Gebäude Mitte 2027 online gehen soll. Meta ist Kunde. Bloomberg berichtete zudem über einen Fünfjahresvertrag über 13 Milliarden Dollar mit dem Handelshaus Jane Street. Und in Amarillo, Texas, baut Crusoe weiterhin ein Rechenzentrum für Google.
Wyoming ist damit vor allem eine Lehre über den Unterschied zwischen Ankündigung und Bau. Ausrüstung ist knapp, Stromanschlüsse sind knapp, und lokaler Widerstand wächst. Wer 10 Gigawatt verspricht, braucht dafür mehr als ein Grundstück.
Für Wyoming bleibt eine nüchterne Rechnung: Hunderte Millionen Dollar an Grundsteuern für das County und den Schulbezirk, Tausende Arbeitsplätze während der Bauphase — und ein Stromnetz, das für eine neue Größenordnung von Last umgebaut wird. Ob die Ansiedlung die Gemeinde stärkt oder unter dem Wachstum ächzt, hängt an Fragen, die kein Unternehmen allein beantwortet: Netzkosten, Wasser, Straßen, Wohnraum.




