Eine Kolonie auf dem Mars erfordert mehr als Habitatmodule und Lebenserhaltungssysteme: Sie braucht eine verlässliche Metallversorgung. Jede Tonne Fracht von der Erde kostet zig Millionen Dollar und dauert Monate – deshalb suchen Forscher nach einer näheren Quelle: den Asteroiden zwischen den Planeten.

Ein Team der EPFL in der Schweiz hat berechnet, wie Asteroidenbergbau eine Mars-Siedlung direkt versorgen könnte. Millionen Asteroiden durchziehen das Sonnensystem, und metallreiche Asteroiden vom Typ M tragen große Mengen an Eisen, Nickel und anderen nutzbaren Metallen – im Grunde riesige Erzlager, die durch den Weltraum treiben. Mit einem Computerprogramm modellierten die Forscher tausende Lieferketten-Kombinationen und berücksichtigten dabei die Energie für Reisen zwischen Mars und verschiedenen Asteroiden, die realistisch abbaubare Metallmenge und den Treibstoff für die Rückkehr.

Ihr vorsichtig optimistisches Fazit: Sorgfältig ausgewählte Asteroiden könnten mit bestehender Raumfahrzeugtechnik erreicht werden, und einige kohlenstoffhaltige Asteroiden enthalten Kohlenstoff und Wassereis, die sich im All zu Raketentreibstoff verarbeiten ließen – Raumfahrzeuge müssten also nicht den gesamten Rückkehrtreibstoff von der Erde mitführen. Die Wahl des richtigen Asteroiden ist entscheidend; ein schlecht gewähltes Ziel könnte mehr Treibstoff verbrauchen, als die gewonnenen Metalle wert sind.

Die Studie bedeutet nicht, dass der Bergbau im All unmittelbar bevorsteht – die Menschheit ist noch weit vom ersten Orbit-Bergwerk entfernt –, aber sie zeigt, dass das Logistikproblem lösbar ist. Ein künftiges Versorgungsnetz könnte Metalle von Asteroiden zum Mars transportieren und den Treibstoff dafür aus den Asteroidenressourcen selbst gewinnen.