Apple hat für seine Veranstaltung "Pro and tell" neue Hardware angekündigt, und wie Golem berichtet, könnte dort ein MacBook Pro mit Touchscreen vorgestellt werden. Sollte das stimmen, wäre es keine Produktpflege, sondern eine Kehrtwende: Apple hat Touch auf dem Mac über ein Jahrzehnt lang als falsche Idee bezeichnet.

Die Argumente dagegen waren immer dieselben. Steve Jobs nannte Touch-Laptops ergonomisch verfehlt; Craig Federighi erklärte später, man habe Prototypen gebaut und wieder verworfen, weil der Arm beim Bedienen eines aufrechten Displays ermüdet. Stattdessen baute Apple das iPad Pro als Antwort — mit Tastatur, Stift und zunehmend desktopartiger Software.

Ein Touchscreen-Mac bringt dieses Arrangement in Unordnung. Wenn macOS-Geräte Fingerbedienung bekommen, muss die Software mitspielen: größere Trefferflächen, ein anderer Umgang mit Cursorn und Fenstern, vermutlich eine Stiftunterstützung, die nicht wie ein Fremdkörper wirkt. Ein Panel einzubauen ist einfach. Eine Bedienphilosophie zu ändern, die seit 1984 auf Zeigegeräten ruht, ist es nicht.

Die zweite offene Frage ist das Verhältnis zum iPad. Ein MacBook Pro mit Touchscreen und Stift überschneidet sich mit dem teuersten iPad-Pro-Setup — und Apple ist traditionell vorsichtig damit, Produkte gegeneinander laufen zu lassen. Der Ausweg wäre eine klare Aufteilung: das iPad für unmittelbare Bedienung, der Mac für Tastaturarbeit, bei der Touch eine Ergänzung bleibt und kein Ersatz.

Zur Einordnung: Touchscreen-Macs werden seit Jahren kolportiert, meist mit OLED-Panels und einem Zeitplan, der sich wiederholt verschoben hat. Dass eine Einladung mit dem Namen "Pro and tell" auf Pro-Hardware deutet, ist naheliegend; dass daraus zwingend ein Touch-MacBook folgt, nicht. Bis zur Keynote bleibt das eine Meldung über eine Erwartung, nicht über ein Produkt.

Was zu beobachten sein wird: ob Apple Touch als Eingabe für macOS insgesamt öffnet oder auf wenige Apps beschränkt, ob der Apple Pencil mitspielt, und zu welchem Preis. Ein Touchscreen, der nur Fenster verschiebt, wäre die teuerste Art, nichts zu ändern.