Acer nimmt sich ein Beispiel an Framework. Auf der IFA in Berlin präsentierte der Hersteller das Vero 16, ein 16-Zoll-Notebook, das auf Servicefreundlichkeit und Langlebigkeit ausgelegt ist und als Teil seiner Nachhaltigkeitslinie vermarktet wird. Das Gerät lässt sich mit handelsüblichem Werkzeug zerlegen, um Akku, Speicher oder auch Display und Mainboard zu tauschen.
Das Display ist ein 16-Zoll-OLED mit bis zu 3K-Auflösung und 120 Hertz. Im Inneren arbeitet Intels Core-Ultra-300-Serie mit dem Codenamen „Panther Lake“. Der verbaute Arbeitsspeicher lässt sich mit wenigen Handgriffen ausbauen und auf bis zu 32 GByte RAM aufrüsten; der 71-Wh-Akku ist nicht verklebt und wechselbar. Die Webcam besitzt einen mechanischen Sichtschutz, und die Anschlussleiste ist ein separates, tauschbares Modul mit HDMI 2.1 und Thunderbolt-USB-C. Das Gehäuse besteht aus recyceltem Aluminium und ist nach dem US-Militärstandard MIL-STD-810H zertifiziert.
Acer zufolge ist das Vero 16 „darauf ausgelegt, Prozessor-Upgrades über mindestens zwei Generationen zu unterstützen“. Ersatzteile sollen über das Repaircenter Enfinitec Germany und den Ersatzteilpartner IPC Computer angeboten werden – auch für Endkunden. In den Handel kommt das Notebook frühestens Ende 2026, eher Anfang 2027.
Was fehlt, sind die konkreten Zusagen, die Framework berühmt gemacht haben. Acer nennt bislang keine Preise und, wichtiger noch, keinen definierten Zeitraum, in dem Ersatzteile verfügbar bleiben. Framework verkauft alle Komponenten offen im eigenen Shop, lässt Anschlussmodule frei wähl- und tauschbar und bietet neue Mainboards an, die in alte Gehäuse passen. Acers eigene Historie ist ambivalent: Das Aspire Vero von 2021 versprach bereits leichten Zugang und Recyclingmaterialien – und für viele, aber nicht alle Konfigurationen sind über IPC Computer bis heute Ersatzteile erhältlich; eine Liste lieferbarer Austauschkomponenten auf der Acer-Produktseite sucht man vergebens.
Das Vero 16 positioniert sich damit vorerst als besser reparierbares Mainstream-Notebook statt als vollwertiger Framework-Konkurrent. Branchenbeobachter erinnern daran, dass selbst Dell sein modulares „Concept Luna“ von 2022 nur teilweise in Seriengeräte überführt hat – etwa bei separat tauschbaren USB-C-Tochterplatinen. Ob Acers Modularitätsversprechen über die erste Produktgeneration hinaus trägt, bleibt eine offene Frage.




