Die US-amerikanische Cyber-Verteidigungsbehörde CISA warnte am Donnerstag vor einem deutlichen Anstieg von Angriffen auf die Technik zur Steuerung von Wasser- und Abwassersystemen und forderte die Betreiber auf, internetzugängliche Steuerungstechnik 'so bald wie möglich' vom Netz zu nehmen.
Die Warnung kam zwei Tage, nachdem die IT-Behörde des Bundesstaates Minnesota gemeldet hatte, dass am 26. und 27. Juli mehr als 30 kommunale Wassersysteme des Bundesstaates bei einem 'koordinierten Cyberangriff' ins Visier genommen wurden. Das FBI erklärte, Versorgungsunternehmen in mindestens sieben Bundesstaaten hätten Vorfälle gemeldet; einige davon hätten 'den Wasserbetrieb beeinträchtigt', darunter Druckverlust und Überschwemmungen. In einigen Fällen änderten Hacker Passwörter, um Betreiber auszusperren, was zu Abkochgeboten und dauerhaftem manuellen Betrieb führte.
Nach Einschätzung US-amerikanischer Ermittler stecken hinter den Minnesota-Angriffen nach einem Bericht der New York Times wahrscheinlich mit dem Iran verbundene Hacker – eine Eskalation von Aktivitäten, die es schon vor dem Krieg zwischen den USA und dem Iran gab und die sich nun verschärft hat. Die frühere FBI-Sprecherin Cynthia Kaiser bezeichnete die Kampagne als 'höchstwahrscheinlich' eine Fortsetzung des iranisch-nahen Vorgehens gegen speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und andere kritische Infrastrukturtechnik, die in einer im April veröffentlichten und am 22. Juli aktualisierten Warnung aufgeführt war.
Staats- und Kommunalbeamte erklärten, die Angriffe in Minnesota hätten die Wassersicherheit nicht gefährdet; die meisten bestätigten Fälle betrafen SPS und die Bedienbildschirme, mit denen sie verwaltet werden. Das FBI wollte sich zu den mutmaßlichen iranischen Verbindungen zunächst nicht äußern.




