Ein US-Abgeordneter hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Käufe von Videospielen als Eigentum statt als Lizenz behandeln würde, berichtet Ars Technica — ein direkter Angriff auf die Endnutzer-Lizenzverträge, unter denen praktisch jedes digitale Spiel verkauft wird.
Der Unterschied ist nicht bloß sprachlich. Wird ein Spiel als Lizenz verkauft, hat der Käufer kein Eigentumsrecht: Publisher können es aus den Stores entfernen, die Server abschalten, die es am Laufen halten, Funktionen herauspatchen oder ein Konto sperren — ohne Erstattung. Spieler merken das meist erst, wenn das bezahlte Spiel nicht mehr läuft.
Dieses Muster ist zum Politikthema geworden. Die Abschaltung von Ubisofts The Crew 2024 machte aus einer leisen Beschwerde eine Kampagne: Die europäische Bürgerinitiative "Stop Killing Games", die Publisher verpflichten will, Spiele nach dem Ende des Supports spielbar zu lassen, sammelte deutlich mehr als eine Million Unterschriften und erzwang eine förmliche Antwort der Europäischen Kommission. In den USA verbietet Kaliforniens 2024 unterzeichnetes Gesetz AB 2426 digitalen Storefronts bereits, von "kaufen" zu sprechen, ohne offenzulegen, dass es sich um eine Lizenz handelt. Der neue Bundestext geht weiter: Er will ändern, was der Vorgang rechtlich ist, nicht nur wie er heißt.
Sollte er vorankommen, wird die Durchsetzung zur Kernfrage. Eigentum würde eine Pflicht bedeuten — entweder das Spiel lauffähig zu halten (Offline-Modi, Serverübergabe, eigenes Hosting) oder Käufer zu entschädigen, wo das unmöglich ist. Publisher halten dagegen, der dauerhafte Serverbetrieb sei eine offene Kostenposition, und Online-Spiele trügen zusätzliche Verpflichtungen: Anti-Cheat, Moderation, lizenzierte Musik und Assets sowie gemietete Cloud-Kapazität, die sich nicht an Kunden übertragen lässt.
Offen ist auch der Anwendungsbereich; erst der Text entscheidet, ob Live-Service-Spiele, Singleplayer-Titel mit Online-Pflicht oder alle digitalen Käufe betroffen sind. Eine engere Fassung, die nur Spiele erfasst, die verkauft und dann bewusst unspielbar gemacht werden, wäre deutlich leichter zu verteidigen — und für die Geschäftsmodelle der Branche weit weniger disruptiv.




