1&1 vermarktet Glasfaseranschlüsse des Gemeinschaftsunternehmens GlasfaserPlus – ein Joint Venture von Deutscher Telekom und IFM Investors – zu Preisen, die deutlich unter denen des Platzhirsches liegen, wie Golem am 16. Oktober berichtete.

Der Deal macht 1&1 zum Wholesale-Kunden eines Netzes, das dem Gemeinschaftsunternehmen des größten Rivalen gehört – eine vertraute Konstellation im deutschen Breitbandmarkt, in dem Wettbewerber Zugang zur Telekom-Infrastruktur mieten, statt selbst zu graben. GlasfaserPlus wurde gegründet, um Glasfaser dort auszubauen, wo es sich sonst nicht rechnen würde, mit einem Ziel im niedrigen Millionenbereich an Anschlüssen, und verkauft den Zugang zu Wholesale-Bedingungen an Dritte.

Für 1&1 ist der Reiz eindeutig: Das Unternehmen kann Highspeed-Glasfaser dort anbieten, wo es kein eigenes Netz hat. Für das Telekom-Joint-Venture verbessert ein großer Mieter die Auslastung eines teuer zu finanzierenden Ausbaus. Die Spannung liegt darin, dass dieselbe Gruppe Wholesaler für ihren Wettbewerber und zugleich der Platzhirsch im Endkundengeschäft ist, den der Wettbewerber unterbietet – genau die Konstellation, über die die Bundesnetzagentur seit Jahren wacht.

Ob sich der Rabatt in dauerhaften Wettbewerb übersetzt oder in einen Marketinghebel, der schmaler wird, sobald der Glasfaserausbau reift, bleibt die Frage, die die Aufsicht im Blick behalten wird.