Die türkische Neubewertungsrate für 2027 liegt bei 27,83 Prozent, berechnet aus den Oktober-Inflationsdaten von TÜİK – und die erste Zahl, die daraus folgt, ist die Registrierungsgebühr für Handys aus dem Ausland: 69.358 Lira.

2026 lag die IMEI-Gebühr bei 54.258 Lira. Rechnet man die Neubewertungsrate direkt darauf, steigt sie um rund 15.100 Lira. Der Schritt ist kein Detail am Rand: Er entscheidet, ob sich ein Telefonkauf im Ausland noch lohnt – und er trifft Türken im Ausland, Reisende und alle, die ein Gerät aus den USA oder Europa mitbringen, härter als jeden anderen Posten im Telefonbudget.

Die 69.358 Lira sind allerdings noch nicht der endgültige Betrag. Die Rate wird mit einer im November erscheinenden Bekanntmachung amtlich, und je nach Rechtsrahmen können für einzelne Abgaben und Gebühren abweichende Steigerungssätze gelten. Das Vorjahr ist das warnende Beispiel: Für 2026 stieg die Gebühr um 18,95 Prozent von 45.614 auf 54.258 Lira, obwohl die Neubewertungsrate dieses Jahres 25,49 Prozent betrug. Wenn die bisherige Praxis hält, gilt der neue Satz ab dem 1. Januar 2027.

Die Entwicklung ist die eigentliche Geschichte:

- 2019: 1.500 Lira - 2022: 2.738 Lira - 2024: 31.692 Lira - 2025: 45.614 Lira - 2026: 54.258 Lira - 2027: 69.358 Lira (vorläufig)

In sechs Jahren hat sich die Gebühr rund 46-fach erhöht. Sie ist damit längst keine Verwaltungsgebühr mehr, sondern eine Verbrauchsteuer auf importierte Telefone.

Warum das zählt: Lange war der Import eine rationale Rechnung. Ein Gerät in den USA, in Großbritannien oder in der EU zu kaufen und hier registrieren zu lassen, blieb unter dem türkischen Ladenpreis, der durch Steuern und Abgaben nach oben getrieben wird. Bei 69.358 Lira wird diese Arbitrage dünn. Webrazzi hat das an einem aktuellen Modell durchgerechnet: Das iPhone 18 Pro Max mit 256 GB kostet im türkischen Apple-Store 149.999 Lira. In den USA liegt der Listenpreis bei 1.299 Dollar, mit acht Prozent lokaler Verkaufssteuer sind es rund 1.403 Dollar – zum aktuellen Kurs etwa 70.145 Lira. Mit der neuen Gebühr kommt man auf rund 139.503 Lira. Der Vorteil schrumpft auf etwa 10.500 Lira, und darin sind Flug, Hotel oder der Gefallen eines Reisenden noch nicht enthalten.

Das ist der günstige Fall: Listenpreis, eigener Name, keine Reparatur, kein Zollrisiko. Wer das Gerät von einem Bekannten mitbringen lässt, rechnet anders; wer es im Ausland kauft und hier reparieren lassen muss, ebenfalls. Die Gebühr fällt unabhängig davon an, ob das Gerät neu oder gebraucht ist, und sie wird zusätzlich zum Kaufpreis bezahlt.

Für die türkische Politik ist die Abgabe ein verlässlicher Einnahmeposten in einer Währung, die unter Druck steht, und zugleich ein Schutz für den heimischen Markt und die Mobilfunkbetreiber. Für Verbraucher ist sie eine der sichtbarsten Steuern auf Konsumgüter überhaupt – sichtbarer als die Mehrwertsteuer, weil sie als Einmalbetrag auf der Rechnung steht.

Was zu beobachten bleibt: die Bekanntmachung im November, ob die Regierung die Rate vollständig weitergibt und ob der neue Satz tatsächlich zum 1. Januar greift. Wer den Kauf eines Geräts aus dem Ausland plant, sollte die Differenz zwischen Dezember 2026 und Januar 2027 im Blick behalten: Sie beträgt nach dieser Rechnung rund 15.100 Lira – mehr als viele Menschen in der Türkei im Monat verdienen.