Drei von der NASA unterstützte kleine Raumfahrzeuge starteten am Donnerstag an Bord einer Falcon 9 von SpaceX vom Space Launch Complex 4 East der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien — im Rahmen der kommerziellen Rideshare-Mission Transporter-18. Jedes von ihnen tut etwas, das man einem schuhkartongroßen Satelliten vor einem Jahrzehnt nicht zugetraut hätte.
Der erste, der ASCENT Propulsion Dual Mode CubeSat, demonstriert zwei Antriebsarten auf einem Raumfahrzeug: ein chemisches Triebwerk für manöver mit hohem Leistungsbedarf, vier Elektrospray-Triebwerke für Betrieb mit geringer Leistung. Beide nutzen eine gemeinsame Versorgung mit Advanced Spacecraft Energetic Non-Toxic (ASCENT) — einem wenig giftigen Treibstoff, der bei der Bodenverarbeitung sicherer zu handhaben ist und eine um 50 Prozent höhere spezifische Impulsdichte als konventionelle Treibstoffe wie Hydrazin hat. Das Marshall Space Flight Center der NASA leitet die Mission mit MIT, Georgia Tech und Rubicon Space Systems.
Der zweite ist der, den Astronomen beobachten werden. Das Supernova Remnants and Proxies for ReIonization Testbed Experiment — kurz SPRITE — ist der erste astrophysikalische CubeSat der NASA, der ein bestimmtes Ultraviolettband nachweisen kann, das vom Boden aus nicht zu beobachten ist, weil die Erdatmosphäre es blockiert. Aus dem Orbit wird SPRITE untersuchen, wie Gas, Staub und hochenergetische Strahlung sich durch Galaxien bewegen und in den Raum zwischen ihnen entweichen. Ziel ist eine der größten offenen Fragen der Kosmologie: Was reionisierte den undurchsichtigen, neutralen Wasserstoffnebel des frühen Universums und ebnete dem Licht den Weg, wie wir es heute kennen? SPRITE misst 34 Zentimeter Länge bei etwa 23 Zentimetern Breite und Höhe, nutzt aber hochempfindliche Detektoren, spezielle Spiegelbeschichtungen und ein innovatives Teleskopdesign, das laut NASA die Leistung deutlich größerer Instrumente erreichen könnte. Gebaut und betrieben wird er vom Laboratory for Atmospheric and Space Physics der University of Colorado Boulder; die einjährige Mission beobachtet Sternentstehungsgebiete und Supernovaüberreste in und nahe der Milchstraße.
Der dritte, die Mission Small Spacecraft Propulsion and Inspection Capability (SSPICY), zielt auf das wachsende Problem des Orbitalschrotts. Starfish Space wird sein Raumfahrzeug Otter 24C betreiben, um sich bis zu vier funktionsuntüchtigen US-Satelliten im niedrigen Erdorbit zu nähern und sie zu inspizieren, mit Daten zu Oberflächenzustand, Geometrie und Orbitalparametern. Getestet werden neue Antriebs-, autonome Leit-, Navigations- und Steuerungstechnologien, ein gelenkiger Roboterausleger zur Schubrichtung und computervisionsbasierte Navigation für sichere Annäherungsmanöver. Die Mission soll etwa zwei Jahre laufen, die Inspektionen beginnen 2027.
Die drei flogen im kommerziellen Rideshare — ein Modell, mit dem die NASA ausgewählten CubeSat-Missionen einen günstigen Weg ins All ermöglicht: Die CubeSat Launch Initiative der Behörde wählte die ASCENT-Demonstration 2024 und SPRITE 2021 aus, das Launch Services Program verwaltet die Startplätze.
Warum das wichtig ist: Die Reionisation ist ein fundamentales Rätsel, dem man mit Hardware in der Größe eines Schuhkartondeckels zu Leibe rückt, und die Inspektion im Orbit ist die Voraussetzung für die Wartungs- und Schrottbeseitigungswirtschaft, über die alle reden und die kaum jemand im Maßstab nachgewiesen hat.



