SpaceX hat am Dienstag seinen ersten Geschäftsbericht als börsennotiertes Unternehmen vorgelegt – und die Zahlen übertrafen die Erwartungen der Wall Street, auch wenn sich Anleger mit den Kosten von Elon Musks KI-Ambitionen auseinandersetzen. Der Umsatz im zweiten Quartal sprang im Jahresvergleich um 92 % auf 7,8 Milliarden Dollar – fast eine Milliarde über der Konsensschätzung von etwa 6,9 Milliarden Dollar.
Das Highlight war das KI-Segment, das durch die Fusion mit Musks xAI im Februar entstanden ist. Der KI-Umsatz erreichte 2,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 213 % im Quartalsvergleich und 247 % im Jahresvergleich, gestützt auf neue Cloud-Dienstverträge – darunter ein Deal mit Google im Wert von bis zu 920 Millionen Dollar pro Monat und eine Vereinbarung, nach der Anthropic die gesamte Kapazität des Rechenzentrums Colossus 1 in Memphis nutzt. Das auf Starlink gestützte Konnektivitätsgeschäft bleibt das einzige profitable Segment; das bereinigte EBITDA stieg um 64 % auf 2,6 Milliarden Dollar.
Doch der Ausbau hat seinen Preis. Das Unternehmen wies einen Nettoverlust von rund 4,3 Milliarden Dollar für das Quartal aus; die KI-Expansion verbrauchte allein in den ersten drei Monaten des Jahres 7,72 Milliarden Dollar an Investitionsausgaben – etwa drei Viertel der gesamten Kapitalausgaben. Analysten erwarten für 2026 Investitionsausgaben von fast 46 Milliarden Dollar.
Die am Freitag bei 108,37 Dollar schließende Aktie hat mehr als die Hälfte ihres Hochs nach dem Börsengang eingebüßt; seit dem ersten Handelstag am 12. Juni sind über 500 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung vernichtet worden. Da die Lock-up-Fristen in den kommenden Tagen auslaufen, erhalten frühe Investoren ihre erste Verkaufsmöglichkeit. Die Analysten sind gespalten: New Street Research nennt den Kursrutsch eine Kaufgelegenheit, während Leerverkäufer seit dem Börsengang rund 8,3 Milliarden Dollar an Papiergewinnen verbucht haben.
Neben KI rückte der Bericht auch Starship in den Fokus, das laut SpaceX volle Wiederverwendbarkeit erreichen muss, damit sich die Pläne für orbitale Rechenzentren auszahlen. Das Unternehmen erwartet, dass Starship in der zweiten Jahreshälfte mit der Auslieferung von Nutzlasten in den Orbit beginnt; die 60-Milliarden-Dollar-Übernahme des KI-Codierungs-Startups Cursor soll vorbehaltlich behördlicher Genehmigung im dritten Quartal abgeschlossen werden.
Quellen
- fortune.comFortune: SpaceX revenue surges to $7.8 billion, blowing past Wall Street expectations
- cnbc.comCNBC: SpaceX's post-IPO plunge sets tense backdrop for first earnings report
- investopedia.comInvestopedia: SpaceX Earnings Live — Aug. 4, 2026
- s21.q4cdn.comSpaceX: Reports Second Quarter 2026 Results
