Das US-Energieministerium wandelt eine Urananreicherungsanlage aus dem Kalten Krieg in Kentucky in einen 100 Milliarden Dollar teuren KI-Rechenzentrumskomplex mit eigenem Erdgas- und Batteriespeicherkraftwerk um — der jüngste Vorstoß des Bundes, ehemalige Nuklearstandorte in KI-Infrastruktur zu verwandeln.
Das Ministerium hat die Investmentfirma Brookfield Asset Management ausgewählt, um das Rechenzentrum auf dem staatseigenen Paducah Gaseous Diffusion Plant zu entwickeln und zu betreiben. Im März hatte das Ministerium ein ähnliches Projekt an seiner Anlage in Portsmouth, Ohio, angekündigt. Beide Standorte werden nach jahrzehntelanger Versorgung der Atomwaffen- und Kraftwerksprogramme des Landes umfassend saniert, dekontaminiert und stillgelegt.
„Die Bundesregierung verwandelt ehemalige DOE-Standorte in ‚Motoren für Innovation und Wirtschaftswachstum', um ‚sicherzustellen, dass die USA das KI-Rennen gewinnen'", sagte Energieminister Chris Wright. „Es wird viele neue Erdgaskraftwerke, ein großes Rechenzentrum, Tausende Arbeitsplätze und Investitionen in Höhe von zig Milliarden Dollar im ländlichen West-Kentucky geben", fügte er hinzu.
Das in Florida ansässige Unternehmen NextEra Energy wird das Kraftwerk bauen und besitzen: 2 Gigawatt Erdgas-Erzeugung, Übertragungsnetz-Ausbauten und 2,6 Gigawatt Batteriespeicher zur Versorgung eines neuen 1,8-Gigawatt-KI-Rechenzentrumscampus. Nach allgemeinem Industriestandard kann ein Gigawatt etwa 750.000 Haushalte versorgen. Die Fertigstellung wird für 2031 erwartet.
Bereits Anfang Juli hatte das Ministerium den Ingenieursdienstleister Amentum ausgewählt, um einen Pachtvertrag für ein ähnliches KI-Rechenzentrum am Savannah River Site in South Carolina auszuhandeln. Das Projekt steht im Einklang mit den Bemühungen der Trump-Regierung, KI-Überlegenheit gegenüber China zur wichtigsten nationalen Sicherheits- und Wirtschaftspriorität zu machen. Der rund 3.550 Hektar große Standort in Paducah wurde 2013 stillgelegt; die Sanierung soll bis 2065 dauern und rund 17 Milliarden Dollar kosten.

