Das Londoner Startup OLIX hat mit einer 312-Millionen-Dollar-Serie B bei 3,3 Milliarden Dollar Bewertung die größte Chip-Finanzierungsrunde in der Geschichte Europas abgeschlossen. Die Runde wird von Fundomo angeführt; mit dabei sind Arm, Hudson River Trading und Reed Hastings, Mitgründer von Netflix. Nick McKeown, Miterfinder von OpenFlow, kommt in den Verwaltungsrat.

OLIX (ehemals Flux Computing) baut optische Tensor-Processing-Units — photonische Chips, die Daten mit Licht statt mit Elektronen verarbeiten. Das Startup setzt auf einen „langsamen und breiten“ optischen Interconnect und will mit seinem DX-1-Dekodierbeschleuniger mehr als 10.000 Tokens pro Sekunde pro Nutzer für Inferenz von Frontier-KI liefern. Kunden sollen in der zweiten Jahreshälfte 2027 Zugang erhalten.

Die Bewertung hat sich seit Februar mehr als verdreifacht — ein Zeichen dafür, wie stark die Nachfrage nach alternativen Chip-Architekturen gestiegen ist, während die Branche um Energieeffizienz und die Endlichkeit der Transistor-Skalierung ringt. Photonik gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten, um den Energiehunger von KI-Inferenz zu brechen, weil Licht kaum Wärme erzeugt und sich ohne elektrische Verluste durch ein Netzwerk bewegen lässt.

Analysten sehen in der Runde auch ein europäisches Signal: Der Kontinent, der bei Chips lange von Asien und den USA abhängig war, versucht, bei optischer Inferenz-Technologie eine eigene Führungsposition aufzubauen. Ob OLIX die Versprechen von 10.000 Tokens pro Sekunde einlösen kann, muss sich noch zeigen — aber das Kapital und die Namen hinter der Runde geben dem Startup Gewicht.