Midea bereitet eine grünere Version seiner beliebten mobilen Split-Klimaanlage PortaSplit vor — und der Grund ist europäisches Recht. Auf der IFA in Berlin kündigte der chinesische Hersteller eine neue Generation der PortaSplit an, die das bisherige Kältemittel R32 durch R290 ersetzt, besser bekannt als Propan (heise online, Golem). Die PortaSplit gehört zur Kategorie "Mobile Split": Innen- und Außengerät sind über einen Schlauch verbunden und liefern nahezu Split-Leistung ohne feste Installation.
Der Wechsel ist vor allem für Kundinnen und Kunden in der EU wichtig. R32 hat ein Treibhauspotenzial (GWP) von 675 — ein Kilogramm des Kältemittels wirkt über 100 Jahre so stark aufs Klima wie 675 Kilogramm CO2. Für Propan weist die EU-Verordnung dagegen nur einen GWP von 0,02 aus. Hinter dem Schritt steht die EU-F-Gase-Verordnung, die klimaschädliche Kältemittel zunehmend einschränkt: Ohne die Umstellung auf R290 dürfte Midea die PortaSplit ab 2027 nicht mehr nach Europa einführen.
Die neue Version behebt zugleich bekannte Schwächen des R32-Modells. Der Kondensatfilter im Innengerät wird herausnehmbar und vom Nutzer selbst reinigbar — das zielt auf den berüchtigten Fehler P1, der entstehen kann, wenn Bakterien aus der Luft in länger abgeschalteten Geräten einen Biofilm bilden. Für das Außengerät plant Midea eine neu gestaltete Bodenplatte, die das Kondensat mit hohem Druck ableitet, sodass sich auch an längeren Schläuchen kein Wasser staut. Ein neuer Funkchip verbessert die Smart-Home-Anbindung per Matter 1.6. Ob ein Nachrüst-Kit kommt, das die Kondensat-Pflege ganz überflüssig machen soll, bleibt offen — die Entwickler schwiegen sich zur Funktionsweise aus, und auf der Messe war kein Prototyp zu sehen.
Zum Zeitplan: Midea hofft, die Propan-PortaSplit bis zum Sommer 2027 in den europäischen Handel zu bringen; eine überarbeitete Nur-Kühlen-Variante ("Cool") soll später folgen. Bis dahin bleiben die R32-Geräte erhältlich — weitere Chargen will der Hersteller bis Jahresende nach Europa liefern, und bis zum 31. Dezember 2026 eingeführte Geräte dürfen Händler auch 2027 noch abverkaufen. Das könnte, so heise, im Winter für Schnäppchen bei der auslaufenden Generation sorgen.




