Dänemark hat den Regelbetrieb der Greensand-Anlage zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS) in der Nordsee offiziell aufgenommen – ein Meilenstein für die europäische Klimatechnologie. König Frederik X. eröffnete die Anlage bei einer Zeremonie in der Hafenstadt Esbjerg.

Seit 2023 wurde das Projekt auf dem stillgelegten Ölfeld Nini West erprobt, wobei jährlich rund 15.000 Tonnen flüssiges CO₂ in etwa 1.800 Meter Tiefe eingelagert wurden. Im Regelbetrieb sollen nun jährlich bis zu 400.000 Tonnen aufgenommen werden – eine Verfünfundzwanzigfachung.

Das Konsortium hinter dem Projekt – der britische Chemiekonzern Ineos, Harbour Energy und das staatliche dänische Unternehmen Nordsøfonden – bezeichnet Greensand als die erste CCS-Anlage in der EU, die CO₂ in industriellem Maßstab einlagert. Das langfristige Ziel liegt bei vier bis acht Millionen Tonnen pro Jahr.

Kritiker argumentieren, dass selbst die Hochskalierung im europäischen Maßstab vernachlässigbar sei. Brian Vad Mathiesen, Professor für nachhaltige Energieplanung an der Universität Aalborg, nannte vier bis acht Millionen Tonnen jährlich unfassbar wenig.

Deutschlands Regierungskoalition hat unterirdische CO₂-Speicherung im vergangenen Jahr auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045 freigegeben. Bundeskanzler Friedrich Merz sieht darin sowohl Klima- als auch Wirtschaftschancen für deutsche Unternehmen.