Golem berichtet über Forschung an einem Fusionshybrid, der die Prinzipien von Tokamak und Stellarator verbindet.

Beide führenden Konzepte der magnetischen Konfinement haben ihren Preis: Der Tokamak ist ausgereifter, kompakter und leistungsdichter, braucht aber einen im Plasma getriebenen Strom und arbeitet überwiegend im Pulsbetrieb. Der Stellarator läuft dauerhaft und ohne Plasmastrom, doch seine gedrehte Spulengeometrie ist deutlich aufwändiger zu bauen, und sein Konfinement galt lange als schwächer.

Die Hybrididee ist nicht neu – die ersten Stellaratoren waren tatsächlich hybridartig, und Wendelstein 7-X wurde bewusst optimiert, um sich tokamakartiger zu verhalten. Neu ist der Ansatz, die Kombination als eigenen Entwurfsraum zu behandeln: mit moderner Spulenoptimierung und in manchen Vorschlägen einem tokamakartigen Strom nur in kurzer oder Hilfsrolle, während die äußeren Felder den Dauerbetrieb tragen.

Praktisch sind solche Studien billig, wo jede Kandidatenanlage ein jahrelanges, milliardenschweres Projekt ist. Ließe sich das Stellarator-Dauerbetriebsregime mit Konfinement auf Tokamak-Niveau verbinden, wüchse die Argumentation für einen Reaktor, der dauerhaft in Leistung bleibt, statt zu zyklieren – und der ein Kraftwerk ohnehin will.