Mehrere der größten Mobilfunkanbieter Europas bündeln sich laut The Verge für ein gemeinsames Satellitenprogramm, das Mobilfunkgeräte direkt mit Satelliten verbindet – ausdrücklich ohne SpaceX und dessen Starlink-Netz. Das Vorhaben ist der jüngste Versuch, strategische Autonomie bei der Konnektivität aufzubauen.
Was geplant ist: Beim „direkten“ Ansatz – Direct-to-Device – senden Satelliten in niedriger Umlaufbahn das Mobilfunk-Signal direkt an unveränderte Smartphones, ohne dass Nutzer eine separate Satellitenschüssel oder Starlink-Hardware brauchen. Die Betreiber wollen damit ländliche und entlegene Gebiete abdecken und gleichzeitig die Abhängigkeit von einem einzigen US-Anbieter reduzieren.
Warum es zählt: Der Markt für Satelliten-zu-Mobilfunk wird bislang von US- und chinesischen Anbietern dominiert. Für europäische Betreiber bedeutet ein eigenes Netz bessere Verhandlungspositionen bei Roaming und Infrastruktur – und weniger geopolitisches Risiko. Genau dieses Risiko wird derzeit anschaulich: Die USA haben in den vergangenen Tagen mit Vergeltungsmaßnahmen gegen die EU gedroht, sollte die Union die Frequenznutzung für SpaceX einschränken.
Was offen bleibt: Eine Kooperationsankündigung ist noch kein Startdatum. Satellitenherstellung, Frequenzregulierung und Finanzierung sind die nächsten Hürden – und die Frequenzfrage steht auch für dieses Programm auf dem Spiel, solange die transatlantische Rechts- und Frequenzdebatte ungelöst ist.




