KI hat die Cyberbedrohungslage im vergangenen Jahr drastisch verändert — auf beiden Seiten. Der 2026 Threat Hunting Report von CrowdStrike, veröffentlicht am 3. August, beziffert den Anstieg KI-gestützter Angriffe auf 89 Prozent im Jahresvergleich und zeichnet das Bild einer Bedrohungslandschaft, in der Maschinen sowohl die Waffen als auch die Ziele sind.

Zu den auffälligsten Erkenntnissen gehört der Fall von STARDUST CHOLLIMA, einer Gruppe aus Nordkorea, die bösartigen Code in 131 Pakete der vertrauenswürdigen Mastra-AI-Framework-Bibliothek einschleuste. Ebenfalls dokumentiert: China-nahe Gruppen nutzen Schwachstellen innerhalb von 24 Stunden nach Veröffentlichung eines öffentlichen Proof-of-Concept aus, der eCrime-Akteur ALTERED SPIDER kompromittierte an einem einzigen Tag über 300 Software-Abhängigkeiten, und eine Kampagne feuerte in zwei Minuten fast 200.000 KI-Modellanfragen ab.

Hinzu kommt ein Anstieg cloudbewusster Angriffe um 171 Prozent, die auf Missbrauch großer Sprachmodelle und den Diebstahl von Zugangsdaten abzielen. Die durchschnittliche Zeit, die ein Angreifer braucht, um sich in einem Netzwerk seitwärts zu bewegen, sinkt weiter — KI automatisiert Phasen der Angriffskette, die früher manuelles Geschick erforderten.

CrowdStrike betont, dass die Verteidigung nun selbst KI einsetzen muss, um mithalten zu können, und dass Lieferkettenangriffe auf Open-Source-KI zur bevorzugten Taktik staatlicher Akteure geworden sind. Die Botschaft des Reports: Die Ära, in der KI-gestützte Angriffe eine Seltenheit waren, ist vorbei — und die offene Software-Infrastruktur, auf der die KI-Branche aufbaut, ist zu ihrer verwundbarsten Front geworden.