Wie Heise berichtet, baut Bluesky Attie aus – das KI-Werkzeug, mit dem das Unternehmen natürlichsprachige Eingaben in funktionierende eigene Feeds verwandelt. Entstanden ist es als Hackathon-Experiment: Statt Nutzer zu Filtercode oder einer eigenen Abfragesprache zu zwingen, beschreiben sie einfach, was sie sehen wollen, und erhalten eine Feed-Definition zurück.

Der Ausbau passt zu Blueskys größerer Wette auf das AT Protocol. Eigene Feeds sind seit jeher das markanteste Merkmal des Netzwerks – und seine steilste Lernkurve: ein Werkzeug für Power-User in einem Produkt, das Mainstream-Nutzer braucht. Feed-Erstellung zu einer Konversation zu machen, senkt diese Hürde und liefert Bluesky zugleich eine KI-Erzählung, in der es ums Bauen geht und nicht um Reichweitenmaximierung.

Was an Heises Bericht jedoch auffällt, ist das Marketing. Bluesky bewirbt den Attie-Ausbau ausgerechnet auf X – jener Plattform, deren Anreizstruktur die Gründer ausdrücklich ablehnen wollten. Für ein Unternehmen, dessen Versprechen ein gesünderes soziales Netzwerk ist, ist Werbung auf dem Netzwerk, von dem man sich abgrenzt, entweder pragmatische Distribution oder ein unangenehmes Eingeständnis. So oder so erinnert es daran, dass die Open-Protocol-Alternative ihre Aufmerksamkeit weiterhin auf dem Terrain des Platzhirsches erkämpfen muss.