Der italienische App-Konzern Bending Spoons übernimmt Airtable, eine der bekanntesten No-Code-Datenbankplattformen der Welt. Das All-Cash-Geschäft bewertet das US-Unternehmen mit einem Enterprise Value von 1,285 Milliarden Dollar; rechnet man das Nettovermögen hinzu, ergibt sich ein Eigenkapitalwert von rund 2,25 Milliarden Dollar. Der Abschluss wird bis Ende des Jahres erwartet.

Es ist die erste Übernahme seit dem Nasdaq-Börsengang von Bending Spoons — und der jüngste Schritt einer bemerkenswerten Shoppingtour. Das Portfolio des Unternehmens umfasst inzwischen AOL, Eventbrite und eine lange Reihe von Apps mit zig Millionen Nutzern. Die Übernahme von Airtable bringt Bending Spoons in den schnell wachsenden Markt für No-Code- und interne Tools, auf dem Unternehmen Datenbanken bauen, ohne eine Zeile Code zu schreiben.

Airtable war lange ein Vorzeigeunternehmen der Silicon-Valley-Softwarebranche und sammelte Hunderte Millionen Dollar von Investoren ein. Doch Wachstum und Bewertung hielten nicht mit dem Hype Schritt, und der Verkauf markiert einen pragmatischen Ausstieg. Beobachter sehen darin ein weiteres Zeichen für die Konsolidierung des SaaS-Marktes, in dem Private-Equity-finanzierten Käufer wie Bending Spoons etablierte Produkte günstig übernehmen und effizienter machen.

Für Nutzer ändert sich zunächst wenig: Airtable bleibt als eigenständiges Produkt erhalten. Die Frage ist, wie aggressiv Bending Spoons die Plattform künftig monetarisiert — und ob die bei Eventbrite und AOL erprobte Playbook aus Kostensenkung und Umsatzsteigerung auch hier greift.