Apple hat am Dienstag, einen Tag vor der eigenen Veranstaltung "Pro and Tell", den iMac mit dem M6 aufgefrischt – der All-in-One bekommt damit jenen Chip, den Apple im August im Mac mini eingeführt hat. Die Preise beginnen bei 1.499 Dollar; in der Türkei startet das Gerät bei 104.999 TL.

Der Sprung ist größer, als der Kalender vermuten lässt. Apple überspringt bei diesem Produkt die M5-Generation komplett – die letzte iMac-Auffrischung war das bunte M4-Redesign vor zwei Jahren. Die Basis-M6-Konfiguration startet mit 10-Kern-CPU und 10-Kern-GPU, nach 8 Kernen CPU im Einstiegs-iMac mit M4. The Verge bezeichnet den M6 als Apples ersten 2-nm-Chip, gebaut um eine duale 16-Kern-Neural-Engine – und genau damit wird am lautesten geworben: bis zu fünffach schnellere On-Device-KI als beim M4-Modell, bis zu 2,5-fach schnelleres Excel im M1-Vergleich und bis zu 3,3-fach schnellere Bildbearbeitung.

Der Rest ist eine sorgfältige Auffrischung, kein Redesign. Das 24-Zoll-4.5K-Retina-Display bleibt bei 500 Nits, die sieben Farben bleiben, das flache Gehäuse bleibt. Die Anschlüsse ziehen nach: Wi-Fi 7, Bluetooth 6, bis zu vier Thunderbolt-4-Ports, Unterstützung für zwei externe 6K-Displays, optionales 2,5-Gigabit-Ethernet (laut Apple 2,5-fach schneller als zuvor) und doppelte SSD-Lese- und Schreibgeschwindigkeiten. Die 12-MP-Center-Stage-Kamera und Desk View kehren zurück, ebenso die farblich passende Tastatur mit Touch ID.

Die KI-Botschaft sitzt in der Software. Der iMac kommt mit macOS 27, und Apple setzt auf Apple Intelligence plus eine überarbeitete Siri, die Fragen zu Nachrichten, Mails und Fotos beantwortet, auf Bildschirminhalte reagiert und beim Formulieren hilft. Safari gruppiert Tabs nach Thema und meldet Preisstürze oder wieder verfügbare Produkte; Kurzbefehle lassen sich aus einer Beschreibung in Alltagssprache bauen.

Laut TechCrunch wurde am selben Tag auch ein 14-Zoll-MacBook Pro mit M6 vorgestellt – die Notebook-Reihe bleibt damit auf demselben Chip wie der Desktop statt eine Generation voraus. Vorbestellungen für den iMac starten am 28. Oktober, der Verkauf am 6. November.

Warum das zählt: 2 nm ist ein Fertigungsmeilenstein, kein Marketingetikett – erstmals entsteht Apples volumenstarker Desktop-Chip auf dem Node, der die nächsten Jahre der Chip-Roadmap bestimmen dürfte. Entscheidender ist aber die Verdopplung der Neural Engine. In Apples Desktop-Erzählung geht es nicht mehr um rohe CPU-Leistung, sondern darum, wie viel Modellinferenz lokal läuft, ohne dass ein Prompt das Gerät verlässt. Mit 1.499 Dollar ist das zugleich der günstigste Einstieg in Apples neue Silizium-Generation.